„Schüsse auf Asylquartier“: Wirbel um Facebook-Posting. FP-Gemeinderat Alfred Gleitsmann kommentiert Schüsse auf Asylquartier. Florian Klenk fordert seinen Rücktritt.

Von Andrea Stoiser. Erstellt am 07. September 2017 (10:22)
APA (dpa)

„In Zeiten wie diesen, wäre eher zu erwarten, dass die Schüsse von innen abgegeben wurden, könnte natürlich auch eine Drogengeschichte dahinter stecken“. So reagierte der Eichgrabener FPÖ-Gemeinderat Alfred Gleitsmann auf einen Facebook-Bericht der „Zeit im Bild“ über Schüsse auf die Eingangstür eines Asylquartiers in Oberösterreich. Dieses Posting entdeckte Falter-Chefredakteur Florian Klenk, der in Eichgraben beheimatet ist.

NOEN, Stoiser
Alfred Gleitsmann nimmt die Aufregung um seine Person sehr gelassen.

„In Oberösterreich findet ein Schussattentat auf ein Asylheim statt. Und dem blauen Gemeinderat meiner Gemeinde Eichgraben fällt dazu das oben stehende Posting ein. Ich finde Alfred Gleitsmann sollte zurücktreten“, so Klenk auf Facebook. Auch ein Posting einer deutsche Seite, in dem muslimische Kinder als „Drecksgesindel“ bezeichnet werden und das von Gleitsmann geteilt wurde, sorgte dabei für große Aufregung.

Gemeinderat kann Aufregung nicht nachvollziehen

FPÖ-Gemeinderat Alfred Gleitsmann kann die Aufregung nicht nachvollziehen. Er verweist auf Zahlen, die ihn zu diesem Posting veranlassten: Laut www.bmi.gv.at ist die Zahl der Gewaltverbrechen mit Körperverletzung seit dem Jahr 2014 von 37.659 auf 40.222 im Jahr 2016 gestiegen. „Es ist an der Zeit, angesichts der Tatsachen der Wahrheit ins Auge zu sehen und sich nicht über Kommentare zu echauffieren, welche weder jemanden beleidigt, noch jemandem etwas unterstellt haben“, so Gleitsmann.

Er verweist darauf, dass in der letzten Zeit immer öfter von Körperverletzungen, Drogendelikten, sexuellen Übergriffen und sonstigen Straftaten berichtet werde, welche größtenteils durch ausländische Straftäter und selbst unter Asylwerbern begangen werden, so Gleitsmann. Und zum geteilten Posting über Muslime im Bad meint er: „Dass muslimische Frauen in der Straßenbekleidung in einem Kinderbecken baden finde ich äußerst unhygienisch. Uns wurde bereits vor 40 Jahren aus hygienischen Gründen im Wienerwaldbad verboten, mit einem T-Shirt ins Schwimmbecken zu steigen.“

Gemeinde reagiert unaufgeregt

Während im Umfeld von Florian Klenk ein wahrer Shitstorm über Alfred Gleitsmann hereinbrach - er bekam sogar über den Messenger viele harte Nachrichten und Beschimpfungen - reagierten die Eichgrabener - auch die Gemeindemandatare - relativ unaufgeregt.

„Gscheit ist es nicht, so etwas zu posten“, war so ziemlich der einzige offizielle Kommentar aus der Wienerwaldgemeinde dazu. Das Posting von Gleitsmann wurde mittlerweile von Facebook gelöscht. „Ich gedenke keinesfalls meine Funktion als Freiheitlicher Gemeinderat zurückzulegen, und werde diese Tätigkeit weiterhin im Sinne der Eichgrabener Bevölkerung ausüben“, so Gleitsmann.