Neulengbach: Überfüllter Schulbus schreckt Kinder ab

Dichtes Gedränge herrscht morgens im Bus 462 nach Neulengbach. Laut einer Mutter sind Schüler mit Situation überfordert. VOR will sich Fährgästezahlen genauer ansehen.

Kristina Veraszto
Kristina Veraszto Erstellt am 22. September 2021 | 05:36
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Der Bus 462 fährt Richtung Neulengbach. Oft kommt es im Bus zu dichtem Gedränge.
Foto: privat

Es ist Montag, 7.20 Uhr: Der Bus 462 fährt die Haltestelle Schrabatz Schönfelder Straße an und als sich die Türen öffnen, strömt eine Schar an Schülern in den Bus. Die ersten Kinder versuchen, einen Sitzplatz zu ergattern, die anderen müssen stehen.

Viele Schüler können sich nicht anhalten, sie hoffen vermutlich darauf, im dichten Gedränge einfach nicht umfallen zu können. Bevor die Türen wieder schließen, springt noch ein kleines Mädchen in den Bus und quetscht sich zwischen die größeren Schüler. Dann fährt der Bus weiter in Richtung Neulengbach.

„Das ist während der Pandemie schrecklich und es könnte bei einem Unfall schlimm ausgehen.“Tanja Brunner, eine besorgte Mutter

Solche Szenen beobachtet Tanja Brunner, wenn sie ihre Tochter, die die Volksschule besucht, zur Bushaltestelle bringt. „Der Bus ist total überfüllt und die Kinder in unserer Siedlung haben da so gut wie keinen Platz. Das ist während der Pandemie schrecklich und es könnte bei einem Unfall schlimm ausgehen“, ist die Mutter besorgt.

Wegen Corona seien die ersten Sitzplätze in der Nähe des Busfahrers für Fahrgäste gesperrt, da es aber keinen Platz gibt, müssten die Kinder neben dem Fahrer stehen. „Das versteht niemand“, ist Brunner verärgert.

Manche Eltern bringen deshalb ihre Kinder lieber mit dem Auto zur Schule. Brunner würde sich wünschen, dass am Morgen zumindest ein größerer Bus fährt, damit alle Kinder einen Platz haben. Die Eltern baten auch die Gemeinde um Unterstützung, damit die Situation schnell verbessert werden kann. Dort wurden sie laut der Mutter aber eher vertröstet.

„Der Bus ist total überfüllt und die Kinder unserer Siedlung haben da so gut wie keinen Platz.“ Mutter Tanja Brunner

Bürgermeister Franz Wohlmuth erklärt im NÖN-Gespräch, dass es jedes Jahr zum Schulanfang zu „Anlaufschwierigkeiten“ kommt. Busse seien überfüllt oder Haltestellen werden nicht angefahren.

„Die Stadtgemeinde ist im ständigen Kontakt mit dem Busunternehmen, um die Probleme in den Griff zu bekommen“, so Wohlmuth. Nach ein paar Wochen solle sich aber dann alles eingespielt haben, sodass der Schülertransport ordnungsgemäß funktioniert.

Beim Verkehrsverbund Ost-Region (VOR) heißt es auf NÖN-Anfrage, dass bezüglich der Linie 462 noch keine Beschwerde eingegangen sei. Grundsätzlich biete ein typischer Regionalbus Platz für etwas mehr als 80 Fahrgäste.

Laut letzten Aufzeichnungen würde man diese Kapazitätsgrenze im betroffenen Bus aber nicht erreichen. „Laut unseren Fahrgastzahlen vom letzten Schuljahr aus der Zeit des vollen Schulbetriebs ist der Bus nicht überfüllt. Die maximale Besetzung lag damals bei 50 Personen“, informiert Christina Maria Bachmaier.

Nichtsdestotrotz werde man sich die Situation ansehen, versichert man seitens VOR: „Von diesem Schuljahr haben wir noch keine Fahrgastzähldaten. Deswegen werden wir bei dem beauftragten Verkehrsunternehmen rückfragen, ob die Auslastung in diesem Schuljahr deutlich gestiegen ist und wir werden uns das selber auch ansehen und die Auslastung evaluieren“, so Bachmaier.