„Vater“ des Waffengesetzes ist 100

Erstellt am 21. März 2023 | 00:00
Lesezeit: 3 Min
100er Rudolf Szirba
Rudolf Szirba feierte den 100. Geburtstag.
Foto: Stoiser, Andrea Stoiser
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Rudolf Szirba und die Gemeinde Eichgraben feiern den 100er

100. Geburtstag Rudolf Szirba
Im Rahmen des Pensionistennachmittages wurde der 100. Geburtstag gefeiert: Vizebürgermeister Johannes Maschl, Rudolf Szirba und der Obmann der Pensionisten Erwin Bayer (v.l.).
Foto: Privat, Reinhold Wanek, Reinhold Wanek

Der Eichgrabener Rudolf Szirba feierte am 19. März mit seiner Familie, Freunden, Bekannten und Wegbegleitern den 100. Geburtstag. Vergangenes Jahr - beim 99. Geburtstag - wünschte er sich, dass er heuer gemeinsam mit der Gemeinde Eichgraben seinen 100. Geburtstag feiern kann. Dieser Wunsch wurde ihm erfüllt. Rudolf Szirba war früher ein hochrangiger Jurist. Er leitete über 30 Jahre lang das Büro der Wiener Sicherheitsdirektion. Szirba ist einer der „Väter“ des Waffengesetzes und hat die Straßenverkehrsordnung maßgeblich mitgestaltet. Seine ausgezeichneten Kenntnisse des Verwaltungsrechtes haben ihm seinerzeit den Spitznamen „Kronjurist“ der Wiener Polizei eingebracht. Nach seiner Pensionierung im Jahr 1984 engagierte er sich nicht nur beim Fremdenverkehrs- und Verschönerungsverein Eichgraben, wo er gerne den Museumsdienst verrichtete. Er stand auch dem ARBÖ als Jurist mit Rat und Tat zur Seite.

Rudolf Szirba wurde einige Jahre nach dem 1. Weltkrieg in Wien geboren, wo er in Kaisermühlen aufwuchs und dann dem Beruf eines Schuhverkäufers nachging. Als Sohn einer jüdischen Mutter wurde er im Zweiten Weltkrieg zum Dienst im Flugzeugwerk in Fischamend verpflichtet. „Diese Zeit war nicht lustig und hat sich im Laufe der Jahre zu einer persönlichen Tragödie entwickelt“, erinnert sich Szirba. Ein Teil seiner Familie wurde nach Polen verschleppt. Er konnte sich zwar noch von den Angehörigen verabschieden, hat sie aber nie wieder gesehen. Bei all dem Unglück und anfänglicher Kränkung, dass er als sogenannter Halbjude nicht einrücken durfte, hat ihm aber die Dienstverpflichtung im Flugzeugwerk vermutlich das Leben gerettet. „Die Arbeit war auszuhalten. Ich habe dort auch – versteckt in einem Weinkeller - ein Bombardement von amerikanischen Flugzeugen erlebt. Das Werk wurde zum Teil zerstört und es gab eine Menge Tote“, erzählt Szirba.

Nach dem Krieg holte Rudolf Szirba neben dem Beruf die Matura nach, inskribierte auf der Hochschule und studierte ebenfalls neben der Arbeit. 1950 erhielt er das Doktorat und wechselte in den rechtskundigen Dienst der Polizei, wo seine eigentliche Karriere begann und er schlussendlich zum Hofrat ernannt wurde. „Ich habe mir alles mühsam erworben, mir wurde nichts geschenkt“, blickt er stolz auf seine Laufbahn zurück. Während des Krieges hat er seine spätere Frau kennengelernt, die er 1947 heiratete. Die Ehe blieb vorerst kinderlos, später adoptierte das Paar einen Sohn und eine Tochter. Mittlerweile freut er sich über fünf Enkeln und zwei Urenkeln. Neben der laufenden Weiterbildung war er auch immer gerne auf Reisen. Rudolf Szirba hat zwei Schlaganfälle und eine Krebserkrankung überstanden und lebt zufrieden und gut betreut von seiner Familie in Eichgraben. Was kann er der heutigen Jugend mit auf den Weg geben? „So gut es geht zu lernen und auch im hohen Alter nicht damit aufhören“, rät Szirba.

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