Aufregung um Abschiebung - Proteste geplant. Alleinerziehende Mutter und ihre drei Kinder sollen aus Eichgraben weg. Bürger wollen das nicht hinnehmen.

Von Andrea Stoiser. Erstellt am 27. Januar 2021 (11:42)
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Aufregung um eine geplante Abschiebung einer Flüchtlingsfamilie gibt es in Eichgraben.

Ausgerechnet in jener Gemeinde, die sich in der Flüchtlingskrise 2015 vorbildlich in der Flüchtlingshilfe eingesetzt hat, soll nun eine alleinerziehende Mutter mit drei Kindern abgeschoben werden. „Es ist wirklich ein Drama und mir bricht es das Herz. In meiner Heimatgemeinde, einst eine Flüchtlings-Muster-Gemeinde, ereignet sich jetzt ein neuer Fall Arigona“, macht der Falter-Chefredakteur Florian Klenk die Öffentlichkeit auf diesen Fall aufmerksam.

Die alleinerziehende Mutter, die 2015 aus Georgien nach Österreich geflüchtet ist, lebt mit ihren drei Kindern in einem kleinen Haus in der Wienerwaldgemeinde. Die Kinder sind hier aufgewachsen und zur Schule gegangen. Zwei kleine Mädchen und ein Bub im Teenageralter. Alle sprechen perfekt Deutsch, haben gelernt, im Kindertanzkurs getanzt, der Bub war in der HTL und träumte von einem Job in der EDV. Alle mühten sich ab, hier eine neue Existenz aufzubauen. Die Gemeinde steht hinter der Familie.

„Aber die Fremdenbehörden und Asylgerichte sind knallhart. Kein humanitäres Bleiberecht, punkt. Alle haben gehofft, dass sich doch noch eine kinderrechtskonforme Interpretation findet, so wie in vielen anderen Fällen auch“, berichtet Florian Klenk.

Am Dienstag waren fünf Polizisten vor Ort, um die Familie abzuholen. Die Kinder seien völlig verschreckt. Zum Glück war der Einsatz (noch) vergeblich. „Aber eine Abschiebung ist offenbar geplant, auch andere georgische Familien werden gerade nach Wien überstellt“, weiß der Chefredakteur, dem es völlig unverständlich ist, wieso man einer bestens integrierten Familie in Notzeiten kein humanitäres Bleiberecht geben kann, sondern sie in Corona-Zeiten in ein armes osteuropäisches Land abschiebt, das die Kinder nur aus Erzählungen kennen.

„Wieso wird das Recht auf Privatleben der Kinder derart niedrig bemessen? Vielleicht findet man im Innenministerium doch noch eine kinderrechtskonforme Lösung dieses Menschenrechts-Dramas“, hoffen auch viele andere Eichgrabener, die der Familie nun helfen wollen. In Eichgraben werden jedenfalls Protestmaßnahmen vorbereitet.

Auch Bürgermeister Georg Ockermüller und der Landtagsabgeordnete Martin Michalitsch werden sich für die Familie einsetzen.