Coronakrise: Heimkehr mit Hindernissen von Bahamas. Die Eichgrabener Apothekerin Birgit Biehl und ihren Gatten erwischte die Corona-Krise auf den Bahamas.

Von Andrea Stoiser. Erstellt am 01. April 2020 (04:29)
Das Ende des schönen Urlaubs hätte sich Birgit Biehl anders vorgestellt.
privat

Zu den Bahamas gehört die Inselgruppe der Exsumas, die wiederum aus 350 Einzelinseln besteht. Die Eichgrabener Apothekerin Birgit Biehl hat Verwandte in Idaho in den USA. Seit sechs Monaten segeln ihre Verwandten mit einem Katamaran im Bereich der Exsumas. Anfang März startete Birgit Biehl gemeinsam mit ihrem Gatten Marcel Bauer-Gauss in den lang geplanten Urlaub, um mit den Verwandten ein paar schöne Wochen beim Inselhüpfen zu verbringen. Corona war beim Abflug noch vermeintlich in weiterer Ferne.

„Wir waren am Boot sehr gut ausgerüstet und waren so auch immer am Laufenden, was sich in unserer Heimat tut. Die Entwicklung in Österreich und auch in anderen Ländern wurde zunehmend besorgniserregend“, erzählt Birgit Biehl. Am 13. März – gerade, als die Gruppe wieder an Land ging – hörte sie die Aufrufe, dass Auslandsurlauber möglichst rasch die Heimreise antreten sollen. Auf den Bahamas und in den Vereinigten Staaten wurden die Maßnahmen verschärft. „Als wir vom Boot gingen, wurden wir vom Militär empfangen. Unangenehme Gefühle machten sich breit“, berichtet Biehl. Die Österreicher erfuhren, dass die Einreise in die USA nicht mehr möglich war. Somit war ihr gebuchter Heimflug gecancelt.

Heimflug war bereits gecancelt

Birgit Biehl und ihr Gatte flogen in die Hauptstadt Nassau. Von dort aus versuchten sie, mit Unterstützung des Konsulates, Flüge zu organisieren. Doch entweder waren die Flüge gestrichen oder es wurde die Einreise in jene Länder, wo ein Zwischenstopp war, verwehrt.

„Den Behörden in Nassau war lediglich wichtig, dass wir eine Unterkunft und genug Geld hatten, sonstige Unterstützung gab es keine. Wir wurden zunehmend nervöser, auch weil unser Visum am 31. März auslief“, erzählt die Pressbaumerin, die in Eichgraben die Apotheke leitet. Letztendlich konnte das Paar über Air Canada einen Flug über Toronto und Amsterdam nach Wien buchen. „Es war eine enterische Heimreise. Verpflegung gab es keine zum Schutz der Passagiere und des Flugpersonals. Wir deckten uns am Flughafen mit ein wenig Verpflegung ein. Alle Flughäfen waren fast menschenleer, die Geschäfte geschlossen. Wir wurden immer schnell durch enge Schleusen zum Anschlussflug geschleust und waren erleichtert, als wir in Wien landeten“, erzählt Birgit Biehl.

„Den Behörden in Nassau war lediglich wichtig, dass wir eine Unterkunft und genug Geld hatten, sonstige Unterstützung gab es keine."

In Schwechat mussten die Heimkehrer Formulare ausfüllen und bestätigen, dass sie sich sofort in Heimquarantäne begeben. In den Flugzeugen wurde zwar darauf geachtet, dass genug Abstand zwischen den Passagieren ist, dennoch könnten sich die Urlauber irgendwo angesteckt haben. „Wir sind sofort nach Hause und hier harren wir jetzt zwei Wochen aus. Wir sind froh, dass wir wieder daheim sind und es geht uns gut“, ist Birgit Biehl erleichtert.

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