Götze: „Trete an, um Bürgermeisterin zu werden!“. „Wann, wenn nicht jetzt! Es ist höchste Zeit!“, so die starke Ansage der Grünen Vizebürgermeisterin und Nationalrätin Elisabeth Götze aus Eichgraben, deren erklärtes Ziel für die bevorstehende Gemeinderatswahl das Bürgermeisteramt ist.

Von Andrea Stoiser. Erstellt am 28. November 2019 (08:41)
Elisabeth Götze
Andrea Stoiser

Elisabeth Götze war im Jahr 2004  im Gründungsteam der Grünen Eichgraben und anschließend fünf Jahre im Gemeinderat. „Wir haben in den letzten 15 Jahren unsere Mandate von zwei auf vier erhöht. Es ist gut gelaufen und es ist einiges weiter gegangen“, freut sich Götze. Seit fünf Jahren sind die Grünen in einer Koalition mit der Volkspartei Eichgraben und Elisabeth Götze ist Vizebürgermeisterin. „Die Leute sind zufrieden“, weiß sie zu berichten.

„Haben der Gemeinde einen grünen Stempel aufgedrückt“

Unter Mitwirkung der Grünen wurden Themen, wie Mobilität, verbesserter ÖBB-Fahrplan und Projekte für Jugend, Familien und Kinder angegangen. Die frisch gebackene Nationalrätin verweist weiters auf Projekte, wie den Schulzubau, die Aktive Kinderinsel, den Bewegungsparcours und das Zertifikat „Familienfreundliche Gemeinde“. Götze ist auch überzeugt, dass die „Alte Gärtnerei“ heute unter Umständen nur ein Parkplatz wäre, wenn die Grünen nicht wären.

„Das alles hefte ich uns auf die Fahnen. Wir haben der Gemeinde einen grünen Stempel aufgedrückt“, erklärt Götze, die den erarbeiteten Standard erhalten möchte. „In Eichgraben hatten wir eine Koalition auf Augenhöhe. Wir haben mit dem neuen Bürgermeister Gespräche geführt und durchblicken lassen, dass wir den erfolgreichen Weg gerne weiter führen möchten. Doch die VP legt sich nicht fest“, erzählt Elisabeth Götze, die daraus schließt, dass kein wahnsinnig großes Interesse besteht, die Koalition fortzusetzen.

Auch dass Bürgermeister Georg Ockermüller im Schatten des Altbürgermeisters i. R. (in Rufweite) agiert (Anmerkung: Diese Bezeichnung stammt von Martin Michalitsch selbst), gefällt den Grünen nicht besonders. Das waren Gründe, die Götze zum Nachdenken anregten, inwieweit sie sich zutraut, selbst an der Spitze zu stehen. Und sie traut es sich zu. „Ich trete an, um Bürgermeisterin zu werden!“, sagt die Nationalrätin.

Sollte sie ihr Ziel erreichen, wäre sie die erste Bürgermeisterin in Eichgraben und die erste Grüne Bürgermeisterin Österreichs. „Es ist der richtige Zeitpunkt um als Frau an der Spitze Eichgrabens zu stehen“, ist Elisabeth Götze überzeugt. Und weiter: „In den Gemeinde gibt es nur 8 % Frauen an der Spitze, das ist en Witz!“

Elisabeth Götze
Andrea Stoiser

Ihre neue Tätigkeit im Nationalrat sieht sie nicht als Hindernis. Sie merkt an, dass das ein gängiges Modell ist, da einige Nationalräte auch Bürgermeister seien. Sie möchte den Aufwind, den die Grünen gerade österreichweit erleben auch für sich nutzen. „Grün steht gut da. In Eichgraben haben die Grünen bei der letzten Wahl über 21 % geschafft. Wir erleben gerade eine grüne Welle. Themen, die uns wichtig sind haben Konjunktur. Das sind Themen, die wir auch im Ort schon lange machen“, so Götze.

Als wichtige Themen für die Zukunft Eichgrabens nennt sie die Verkehrsberuhigung, insbesondere im Bereich der Hauptstraße. „Die Begegnungszone ist für uns noch nicht vom Tisch. Hier muss ein Umdenken stattfinden, dass die Straßen nicht automatisch nur den Autos gehören“, meint Götze. Auch die Verordnung von mehr Wohnstraßen, wie sie etwa in der Gartenstraße gewünscht wird, ist den Grünen ein Anliegen. Weitere wichtige Punkte sind die Rettung der Rettungsstelle Eichgraben, mehr Bürgerbeteiligung und die Weiterentwicklung der Gemeinde.

„Wir müssen uns auch gemeinsam überlegen, wie wir die Spannungen zwischen alteingesessenen Eichgrabenern und Zugezogenen am besten angehen und lösen“, sagt die Vizebürgermeisterin. Ein großes Anliegen ist den Grünen auch die Zukunft des Wienerwald-Hotels, das zum Verkauf steht.

„Es müsste ein Prozess gestartet werden, was wir dort haben wollen. Wir sollten das strukturierter angehen und das Hotel nicht dem freien Markt überlassen. Hier geht es um einen wichtigen Bereich Eichgrabens“, warnt die Nationalrätin. „Wer Grün haben will, muss auch Grün wählen“, fasst sie ihren Führungsanspruch zusammen und hofft auf ein gutes Wahlergebnis am 26. Jänner. Das Team der Grünen wird in den nächsten Wochen vorgestellt.