Hakenkreuz-Schmierereien sollten provozieren. 24-Jähriger wurde wegen Hakenkreuz-Schmierereien verurteilt. „Ich wollte provozieren“, sagte er im Prozess.

Von Claudia Stöcklöcker. Erstellt am 19. September 2017 (05:11)
Mehrere Schmierereien gehen auf die Kappe eines Eichgrabeners, in der Vorwoche wurde er zu 21 Monaten bedingt verhängter Freiheitsstrafe verurteilt. Im Prozess zeigte er sich geständig.
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„Ich hab’ nichts gegen Flüchtlinge, aber wenn man nicht für sie ist, ist man gleich ein Nazi. Das hat mich gestört und ich wollte nur provozieren“, sagt der 24-Jährige vor den Richtern. Mit Hakenkreuz-Schmierereien verstieß der Eichgrabern gegen das Verbotsgesetz und muss sich vor einem Geschworenensenat verantworten.

"Ich wollte nur provozieren“

„Im Herbst 2016 hat er beschlossen, ein Zeichen zu setzen, am Weg zur Arbeit besprühte er Mistkübel, Sackerlspender, EVN-Verteilerkasten sowie ein Technikgebäude der ÖBB und Buswartehäuschen mit dem Symbol des Nationalsozialismus und dem Schriftzug „no refugees“, sagt Staatsanwältin Barbara Kirchler.

Laut Anklägerin stand der 24-Jährige lange in Kontakt mit einer als gewalttätig und rechtsextrem amtsbekannten Fan-Gruppe eines Fußballvereins.

Schuldig: Geschworene sind sich einig

„Aus seiner Gesinnung machte er bei Einvernahmen keinen Hehl, und er hat zugestanden, dass er weitergemacht hätte, wenn man ihn nicht erwischt hätte“, setzt Kirchler fort.

Bis zu zehn Jahre Haft drohen dem Angeklagten. Um „Augenmaß bei der Strafbemessung“ bittet Verteidiger Ernst Gramm. „Was mein Mandant gemacht hat, ist widerlich, aber da wird ein kleiner Schmierant zum großen Naziverbrecher gemacht. Die Anklagebehörde hat sich sehr bemüht, aus einem intellektuellen Tiefflieger einen Staatsfeind zu machen“, so der Rechtsanwalt.

Die Staatsanwältin fordert schuld- und tatangemessene Bestrafung. „Was der Angeklagte gemacht hat, ist schlichtweg nicht erlaubt“, sagt sie im Schlussplädoyer.

Klares Urteil gefällt

Die Geschworenen sprechen den 24-Jährigen einstimmig wegen Wiederbetätigung und Sachbeschädigung schuldig. Es setzt 21 Monate bedingt verhängte Freiheitsstrafe. Das Urteil ist rechtskräftig.