Künftiger Ortschef Georg Ockermüller ist guter Dinge. Georg Ockermüller soll Martin Michalitsch nachfolgen. Er führte schon Gespräche mit den Fraktionen.

Von Andrea Stoiser. Erstellt am 16. Juli 2019 (04:11)
Andrea Stoiser
Georg Ockermüller (l.) hat keine Berührungsängste – das erste NÖN-Gespräch fand am Sportplatz im Rahmen des Gesellschaftsschnapsens statt. Auch Amtsleiter Andreas Binder freut sich auf die zukünftige Zusammenarbeit mit Ockermüller.

Obwohl es für Georg Ockermüller auch etwas überraschend kam, freut er sich darauf, die Nachfolge von Bürgermeister Martin Michalitsch anzutreten – vorausgesetzt er wird am 4. September gewählt. Wie berichtet ist Michalitsch überraschend zurückgetreten. Georg Ockermüller hat bereits mit den anderen Fraktionen Gespräche geführt und positive Signale bekommen.

Vizebürgermeisterin Elisabeth Götze (Grüne) hofft auf gute Gespräche und eine konstruktive Zusammenarbeit. Bei Martin Michalitsch bedankt sie sich via Mail aus Bangkok für mehr als vier Jahre erfolgreiche Zusammenarbeit in der Koalition. Für sie war es nicht immer ganz einfach, aber was zählt, seien die Ergebnisse: „Die können sich sehen lassen. Wir konnten viele uns wichtige Projekte umsetzen“, sagt Götze und verweist auf Maßnahmen in der Raumplanung für weniger Bodenversiegelung, naturnahe Grünraumgestaltung im öffentlichen Bereich, Förderung und Neuaufstellung der Kleinstkindbetreuung, Ausbau der Schule unter Einbeziehung aller Betroffenen, Alte Gärtnerei, Bau neuer Gehsteige oder Förderung der Elektromobilität.

„Wir Grüne wollen den erfolgreichen Weg fortsetzen, auch unter einer neuen Führung. Es gibt noch viel zu tun, beispielsweise die dringend nötige Erhöhung des Rettungseuros, die Errichtung von Bushaltestellen und einer Begegnungszone im Schulbereich und eine durchgängige Ferienbetreuung der Kinder im Kindergarten.“

„Ich übernehme eine gut funktionierende Gemeinde. Dass Martin Michalitsch nach wie vor als Gemeinderat zur Verfügung steht, macht es uns einfacher.“ Georg Ockermüller

Die „Liste Gemeinsam“ bedankte sich bei Martin Michalitsch für die umsichtige Gestaltung und Entwicklung in Eichgraben. Johannes Trenk berichtet: „Wir von der Liste Gemeinsam haben uns diese Woche mit Georg Ockermüller getroffen. Das Gespräch war sehr konstruktiv. Wir freuen uns, dass Georg Ockermüller die Nachfolge antreten wird“, seien sich alle Mandatare der Liste einig. „Im Interesse Eichgrabens ist eine positive Weiterentwicklung der Gemeinde von zentraler Bedeutung, die mit Kontinuität und Hausverstand umgesetzt wird. Wir wünschen Georg Ockermüller alles Gute und freuen uns auf die Zusammenarbeit mit ihm“, meint Thomas Lingler.

Hoffen auf gute Zusammenarbeit

Auch für SPÖ-Obmann Ernst Singer kam der Rücktritt von Martin Michalitsch überraschend: „Das lässt Spekulationen über deren Hintergründe offen.“ Den vorgeschlagener Nachfolger schätzt Singer als „echten Eichgrabener. Er ist vielen bekannt, auch durch sein im Ort ansässiges Elektrounternehmen. Wir wünschen ihm für seine neue Aufgabe alles Gute und hoffen auch weiterhin auf eine gedeihliche Zusammenarbeit.“

Als am 23. Juni 2009 nach der eher ökologisch ausgerichteten Amtszeit von Bürgermeister Wilhelm Groiß Martin Michalitsch zum Bürgermeister gewählt wurde, war der GLU (Grünlandsterne Liste Umweltschutz) sofort klar, dass sie dem „ Neuen“ die wirklichen Anliegen der Eichgrabener Bevölkerungsmehrheit durch Aussendungen und Volksbefragung näher bringen müsse, sagt Helga Maralik: „Diese lauten: Keine weitere Zersiedelung, keine überdimensionierten Wohnblöcke, kein weiteres sinnloses Baummorden im öffentlichen Raum. Nachdem Michalitsch im Laufe seiner zehnjährigen Amtszeit diese wichtigen Anliegen offensichtlich weitgehend verinnerlicht hat, ist es schade, dass er aufhört“, sagt Maralik. Mit dem vorgeschlagenen Bürgermeisterkandidaten ist sie zufrieden: „Georg Ockermüller, derzeit geschäftsführender Gemeinderat, hat nach meiner Einschätzung Handschlagqualität und kennt die Anliegen der Bevölkerung.“

„Er hat im Laufe seiner Amtszeit sehr viel bewegt, ist bei der Bevölkerung sehr gut angekommen. Sein vorgeschlagener Nachfolger Georg Ockermüller tritt kein leichtes Erbe an."

Alfred Gleitsmann von der FPÖ hätte bei der letzten Gemeinderatssitzung nicht gedacht, dass Michalitsch so schnell geht: „Er hat im Laufe seiner Amtszeit sehr viel bewegt, ist bei der Bevölkerung sehr gut angekommen. Sein vorgeschlagener Nachfolger Georg Ockermüller tritt kein leichtes Erbe an. Ich wünsche ihm viel Kraft und Erfolg. Mit meiner Unterstützung kann er jedenfalls rechnen“, so Gleitsmann.

Georg Ockermüller selbst ist zuversichtlich: „Ich übernehme eine gut funktionierende Gemeinde. Und dass Martin Michalitsch nach wie vor als Gemeinderat zur Verfügung steht, macht es uns einfacher.“ Er verweist darauf, dass Michalitsch nicht nur als Landtagsabgeordneter sehr gut vernetzt ist: „Das hat dazu beigetragen, dass in Eichgraben so viel weiter gegangen ist und erreicht wurde.“

Georg Ockermüller leitet seit 19 Jahren das Elektroinstallationsunternehmen, das 1974 von seinem Vater gegründet wurde. Nebenbei hat er noch eine Firma, die sich mit Netzwerktechnik beschäftigt. Die Entscheidung, als Bürgermeister zur Verfügung zu stehen, hat er mit seiner Gattin abgestimmt, die hinter ihm steht. Seine beiden Kinder freuen sich, dass ihr Vater bald Bürgermeister sein könnte. Georg Ockermüller, der in Eichgraben gut vernetzt ist und dem Bürgernähe und Handschlagqualität nachgesagt werden, sieht seiner künftigen Aufgabe jedenfalls freudig entgegen.