Messerschärfer schmiedete Equipment für Vampirfilm. Eichgrabener Messerschärfer schmiedete Equipment für Vampirfilm und stand auch vor der Kamera.

Von Andrea Stoiser. Erstellt am 26. September 2019 (04:24)
Konrad Lorenzi, Martin Flint, Dominic Marcus Singer und Mike Lomoz sehen der Weltpremiere von „Vampire Vienna“ gespannt entgegen.
Stoiser

Es war einmal ein Vollblutmusiker namens Mike, der hatte einen Traum. . . So beginnen viele Märchen und enden entweder traurig oder schön. Der Traum von Mike Lomoz aus Wien endet genauso, wie er es sich erträumt hat – mit der Weltpremiere seines Films „Vampire Vienna“. Aber bis es soweit war, vergingen einige spannende und surreale Jahre – mit dabei: der Eichgrabener Konrad Lorenzi.

Mike Lomoz verfasste sein eigenes Vampirmärchen und beschloss, dieses zu verfilmen. „Ich machte einfach mal einen Aufruf via Facebook und suchte nach geeigneten Darstellern“, so Mike Lomoz. Das war dann vor etwa vier Jahren der Zeitpunkt, als Dominic Marcus Singer aus de Bezirk Hollabrunn, Martin Flint aus Böheimkirchen und Konrad Lorenzi aus Eichgraben in sein Leben traten.

Der ausgebildete Schauspieler Dominic Marcus Singer traf sich mit Mike zum Vorsprechen. „Ich war sehr fasziniert von seiner Überzeugung, seinem unbeirrten Mut und fand das Projekt gerade deswegen so spannend“, berichtet Dominic Marcus Singer. Er erzählte seinem Freund Martin Flint aus Böheimkirchen davon, der damals als Cinematographer und Producer sein Geld mit der Produktion von kurzen Werbefilmen verdiente. Auch er war schnell angetan von dieser Idee. Langsam nahm die Produktion des skurrilen Vampir-Westerns „Vampire Vienna“ nahm Gestalt an.

Eigene Wohnung als Drehort genutzt

Die Drei holten dann auch noch Konrad Lorenzi mit Gattin Katharina mit ins Boot. Der Messerschärfer und Konstrukteur aus Eichgraben schmiedete so manches Equipment für den Film und stand mit seiner Frau als Darsteller zu Verfügung. Auch wenn es zu Beginn unmöglich schien, aber im Laufe von vier Jahren entstand ein Vampirfilm, der sich sehen lassen kann. Das Studio war Mikes Wohnung, das er auch manchmal sogar eigens dafür umbaute, wenn die Wohnung als Drehort genutzt wurde. Lomoz steckte insgesamt 10.000 Euro in die Verwirklichung seines Traumes. Geld dafür will er bei der Weltpremiere trotzdem keines, der Erlös geht zur Gänze an die Gruft in Wien. „Ich war selbst einmal ein halbes Jahr obdachlos“, erzählt Mike Lomoz, der betont, das dieser Zustand selbstbestimmt war. Auch im Film „Vampire Vienna“ spielt ein Bettler eine wichtige Rolle.

„Die surreale Herangehensweise von Mike war einfach der Wahnsinn. Wir haben alle viel lernen können“, schwärmt Singer, der im November im Kinofilm „Der Taucher“ zu sehen sein wird.

Premiere von „Vampire Vienna“ ist am Sonntag, 6. Oktober, um 19.30 Uhr im Stadtkino Wien, der Eintritt ist eine freie Spende, der Reinerlös geht an die Caritas Gruft (Kartenreservierung: contact@vampirevienna.com). Die Deutschlandpremiere bei der House of Horrors Convention in der Turbinenhalle Oberhausen ist am 12 und 13. Oktober. Der Film ist hier nominiert für den Dead Ends Award für den besten Spielfilm.