Arbeiten für Forststraße: Werden Römergräber zerstört?. Bundesforste errichteten Weg, Bewohner sorgen sich um historische Stätten.

Von Andrea Stoiser und Birgit Kindler. Erstellt am 26. August 2020 (05:42)
In der Nähe der errichteten Forststraße befinden sich Römergräber.
privat/Josef Maralik

Aufregung bei Wanderern in Eichgraben. Bei der Errichtung einer Forststraße zwischen Eichgraben und Rekawinkel am Höhenwanderweg sollen Gräber aus der Römerzeit zerstört worden sein.

Von den ehemals sieben Grabhügeln würden ohnehin nur noch vier verstreut erkennbare Hügel existieren. Außerdem sei im abgegrabenen Teil des Hügels ein Straßengraben gezogen worden, somit sei eine Abschwemmung des verbliebenen Grabbaus möglich.

„Gerade dieses Unternehmen sollte auch dem kulturellen Erbe mehr Respekt entgegenbringen.“ Bernhard Liebisch aus Eichgraben

Beobachter finden es ungeschickt, überhaupt im Bereich dieses alten Friedhofs „herum zu werken“. Gebaut worden soll die Straße von den Bundesforsten sein.

„Gerade dieses Unternehmen sollte auch dem kulturellen Erbe mehr Respekt entgegenbringen“, meint etwa der Eichgrabener Bernhard Liebisch. Es sei auch eine riesige Forstwegschleife, die dort errichtet wurde. Das sorgt bei vielen Ortskundigen in Zeiten des Waldschutzes für Empörung.

Seitens der Bundesforste kann man die Sorge um die historischen Stätten nachvollziehen. „Die römischen Hügelgräber sind wertvolle Relikte längst vergangener Epochen in der Region“, sagt Andrea Kaltenegger, Sprecherin der Bundesforste.

Man sei sich der Verantwortung bewusst und habe daher die notwendige Weg-Aufschüttung für eine zeitgemäße Waldbewirtschaftung umso achtsamer geplant und umgesetzt – auch unter Einbindung des Bundesdenkmalamtes.

Kaltenegger: Schon in Planung Rücksicht genommen

„Der alte Weg war teilweise nicht für den Abtransport des geernteten Holzes geeignet“, so Kaltenegger über den Grund des Baus der neuen Forststraße.

Schon in der Planung habe man Rücksicht auf die römischen Gräberfelder genommen und den Verlauf der Straße so angelegt, dass er an den historischen Stätten vorbeiführt. „Der Ausbau ist mit den Behörden abgestimmt und bewilligt“, erklärt Kaltenegger.

Seitens der Bundesforste betont man auch, dass keine Gräber beschädigt wurden. „Das hat auch das Bundesdenkmalamt in zwei Begehungen vor Ort eindeutig bestätigt“ sagt Kaltenegger.

Die Hügelgräber seien während der Bauarbeiten für die Forststraße durch umfassende Absperrungen geschützt worden. Zusätzlich will man mit dem Bundesdenkmalamt vorbeugende Maßnahmen zum Schutz des Gräberfeldes setzen. „Zum Beispiel eine eigene Steinsicherung als Schutz vor Hangwasser“, erklärt die Bundesforste-Sprecherin.