Putzfrau klaute: Acht Monate Haft. Putzfrau bestreitet Diebstahl von Geld und Schmuck in Eichgraben und Pressbaum. Richter verhängt Freiheitsstrafe. Komplize ist in Haft.

Von Beate Riedl. Erstellt am 05. Mai 2021 (04:39)
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Über zehn Jahre lang unterstützte eine Wienerin (39) eine Eichgrabenerin (84) und eine Pressbaumerin (62) im Haushalt. Auch bei einer weiteren Eichgrabenerin (47) sorgte sie über ein paar Jahre für ein sauberes Haus. Als aber Schmuck im Wert von mehreren tausend Euro und Geld verschwunden waren und sie von der Pressbaumerin bei einem Diebstahl gefilmt worden war, war damit Schluss: Die Polizei wurde eingeschaltet, die die Reinigungskraft schließlich festnahm.

In der Wohnung der Frau konnten daraufhin Schmuck und Bankomatkarten sichergestellt werden. Darunter war auch die Bankomatkarte einer Frau, die in einem „betreuten Wohnen“ in Wien lebt. Auch dort war die Reinigungskraft tätig.

Nun muss sich die Wienerin am Landesgericht St. Pölten wegen schwerer gewerbsmäßiger Diebstähle und Entfremdung unbarer Zahlungsmittel verantworten. In Handschellen wird die zierliche, schüchterne Nordmazedonierin vorgeführt. Sie versucht, Reue zu zeigen, bricht in Tränen aus und meint, sie habe große Angst, dass ihren Kindern etwas zustoßen würde. Ins Spiel bringt sie dabei ihren Freund (20), der das Geld mit den Bankomatkarten abgehoben, sie zu den Taten motiviert haben soll und sie nun bedrohe. Das mit der Karte der Eichgrabenerin (84) behobene Geld – knapp 10.000 Euro – konnte aber wieder rücküberwiesen werden.

„Waren Sie putzen oder Ihr Freund?"

Die Taten will sie allerdings nicht zugeben, obwohl ihre Verteidigerin in ihren einleitenden Worten verkündet, dass sich ihre Mandantin geständig zeige. „Waren Sie putzen oder Ihr Freund?“, will Richter Christoph Steininger von der Angeklagten wissen, die die Taten bei den Einvernahmen erst zugab und dann wieder abstritt. „Mag sein, dass ihr Freund die treibende Kraft war, gestohlen hat er bei den Damen aber nicht“, so Steininger.

Der Richter verhängt eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren, 16 Monate davon bedingt. Acht Monate muss die Frau für die Taten nun absitzen. Außerdem muss sie an die beiden Eichgrabenerinnen je 1.000 Euro zahlen. Mildernd nannte der Richter die Unbescholtenheit, erschwerend, dass mehrfach Verbrechen und Vergehen begangen wurden und sie keine Reue gezeigt habe. „Das ist ihnen hoffentlich eine Lehre“, so der Richter abschließend.

Komplize in Kärnten festgenommen

Detail am Rande: Ihr mutmaßlicher Komplize (20) wurde bei der Einreise nach Österreich, als er in einem Bus im Karawankentunnel unterwegs war, aufgegriffen, festgenommen und in die Justizanstalt Klagenfurt gebracht. Bei seiner ersten Einvernahme zeigte er sich allerdings nicht geständig.