Willehad Cernic große Leidenschaft für "kleine Bilder". Willehad Cernic kaufte sich als kleiner Bub gern Bilderhefte. Vor 20 Jahren keimte alte Leidenschaft für Comics wieder auf.

Von Andrea Stoiser. Erstellt am 13. Februar 2020 (03:07)
Willehad Cernic ist stolz auf seine Comic-Sammlung, die über 10.000 Exemplare umfasst.
Stoiser

Micky Maus und Asterix, Silberpfeil, Bessy oder Lucky Luke – wer kennt sie nicht, die Helden unserer Kindheit. In Zeiten, wo es noch kein oder fast kein Fernsehen gab, waren die Comic-Hefte sehr beliebt. Viele Kinder kauften sich Woche für Woche die neuesten Hefte, um die Abenteuer von Micky Maus & Co. miterleben zu können. Auch der Eichgrabener Willehad Cernic.

Er wuchs in Trofaiach in der Obersteiermark auf und war damals ein fleißiger Ministrant. Zu dieser Zeit war das Ministrieren noch lukrativ. „Diese Tätigkeit wurde gut bezahlt und ich kaufte mir immer sofort meine Lieblings-Comics, die ich regelrecht verschlang“, erzählt der 76-Jährige. Während seiner Berufszeit – er war im Bereich Sonnenschutz tätig – war weniger Zeit für seine Leidenschaft. 1975 kaufte er sich mit Gattin Helene ein Haus in Eichgraben und zog in die Wienerwaldgemeinde, wo er dann nach seiner Pensionierung vor 15 Jahren dem Fremdenverkehrs- und Verschönerungsverein beitrat und dort eine wertvolle Stütze ist.

„Donald Duck gefällt mir so gut, weil er so witzig und tollpatschig ist.“ Comicfan Willehad Cernic

Vor etwa 20 Jahren keimte auch seine Comic-Leidenschaft wieder auf. Willehad Cernic Er sortierte seinen Bestand aus der Jugend und begann zu sammeln. Bald hatte er so viele Comics und Taschenbücher, dass er seine Werkstatt zu einem Lager ausbauen musste. In den Kästen finden sich fein sortiert Micky Maus-Hefte, Taschenbücher sowie vollständige Sammlungen von Lucky Luke und Asterix-Heften. Insgesamt sind es mittlerweile über 10.000 Comics. Am liebsten sind ihm seine Micky Maus-Hefte. Und sein heimlicher Held ist Donald Duck. „Der gefällt mir so gut, weil er so witzig und tollpatschig ist“, verrät er lachend. Die Hefte werden, nachdem sie auf Vollständigkeit überprüft und gelesen wurden, nach Jahren und Nummern sortiert.

„Bei den Micky Maus-Heften fehlen mir noch elf Exemplare, dann ist auch diese Sammlung vollständig“, berichtet Willehad Cernic. „Comics, wie wir sie kennen, gibt es seit den 1920er oder 30er-Jahren. Bei uns wurden sie nach dem Krieg in den 50er-Jahren populär“, erzählt der leidenschaftliche Sammler. Auf seiner Jagd nach den fehlenden Exemplaren bereist er Flohmärkte in ganz Österreich und in Deutschland. Aber auch die Film- und Comicbörse oder internationale Comicausstellungen besucht der Pensionist regelmäßig. Seine Liste mit den fehlenden Ausgaben hat er immer dabei.

„Manche Exemplare bekommt man um 90 Cent, bei manchen Ausgaben, etwa aus den 50er-Jahren muss man schon tiefer in die Tasche greifen. Da kann es sein, dass für ein Heft zwischen 30 und 90 Euro verlangt wird“, weiß er zu berichten. Und weiter: „Am schwersten zu bekommen sind neuere Ausgaben ab 2010, denn da war die Auflagenzahl wesentlich geringer.“

Helene Cernic sieht die Leidenschaft ihres Gatten übrigens gelassen. Sie sammelt selbst gern, und zwar Bleikristall und Kerzen.