Region Wienerwald: Radln liegt voll im Trend. Die Pandemie hat dazu geführt, dass sich Menschen wieder öfter auf die „Drahtesel“ schwingen.

Von Renate Hinterndorfer und Christine Hell. Erstellt am 07. April 2021 (04:00)
Franz Rath hat viel zu tun in seinem Unternehmen „JR’s Bike Service“ in Ollersbach.
Hell, Hell

Rund 140 Mitglieder zählt der Radclub Neulengbach. Gruppenausfahrten mit 20 oder 25 Personen wurden gern und oft unternommen. Diese großen Touren mussten wegen Corona abgesagt werden. Die Clubmitglieder fahren jetzt einzeln oder zu zweit aus. „Es wird versucht, privat so gut wie möglich zu trainieren. Das Vereinsleben ist ziemlich eingeschlafen“, fasst Obmann Franz Leodolter die Situation zusammen.

Große Ausfahrten sind beim Radclub Neulengbach derzeit nicht möglich. An die Ausfahrt in Slavonice im Sommer 2019 denken die Teilnehmer gern zurück.
Radclub Neulengbach, Radclub

Die regelmäßigen Clubabende und andere Veranstaltungen gibt es derzeit nicht. In Kontakt sind die Mitglieder aber nach wie vor, zum Beispiel über WhatsApp. Generell sei festzustellen, dass das Radfahren im Trend liegt, bestätigt Franz Leodolter: „Wenn man unterwegs ist, sieht man, dass extrem viel los ist.“ Viele Leute schwingen sich aufs Fahrrad, weil aufgrund von Covid-19 andere Aktivitäten weggefallen sind. Die Nachfrage nach neuen Rädern ist groß, bei Händlern gibt es teilweise Wartezeiten bis zu einem halben Jahr. „Wir bekommen keine Fahrräder geliefert“, berichtet etwa Christoph Pohl von der Firma Pohl-Bikes in Neulengbach.

Durch die Pandemie seien die Lager der Lieferanten ziemlich leer und bereits im Sommer des Vorjahres bestellte Bikes wurden nur zum Teil geliefert. Auch bei Josef Rath, Inhaber von JR‘s Bike Service in Ollersbach, ist die Nachfrage nach Fahrrädern groß. Der Verkauf von E-Bikes macht bei ihm schon rund zwei Drittel aus, nur mehr zu einem Drittel werden „normale“ Fahrräder gewünscht. „Viele Leute leisten sich jetzt den Luxus und investieren in den Kauf eines tollen Elektro-Bikes“, sagt Rath.

„Verständnis für Biker wird aber weniger“

Dass der Trend zum E-Bike immer stärker wird, stellt auch der Obmann des Radclubs Neulengbach fest: „Auch bei uns im Verein halten E-Bikes Einzug.“ Die Mitglieder werden älter, und irgendwann stelle sich die Frage, ob man noch überall mit kommt oder ob man sich zum Beispiel auf den Schöpfl hinaufquälen soll.

Was beim RC Neulengbach auch festgestellt wird: Das Verständnis für die Radfahrer wird weniger. „Da fährt man eine Strecke seit 25 Jahren, und auf einmal regen sich Leute auf. Selbst am Radweg regen sich manche über Radfahrer auf“, wundert sich Franz Leodolter. Die gegenseitige Rücksichtnahme sei enden wollend, und zwar sowohl was Fußgänger und Radfahrer, aber auch was Autofahrer und Radfahrer betrifft. „Das Verhältnis ist auf jeden Fall schlechter geworden durch das Mehr an Akteuren.“

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