Region Wienerwald: Weniger Süßes und mehr Obst. Welche Vorsätze nehmen sich die Menschen für die kommenden 40 Tage? Nicht nur Ernährung, auch Bewegung ist ein Thema.

Von Renate Hinterndorfer. Erstellt am 17. Februar 2021 (03:04)
Mit dem 17. Februar beginnt die Fastenzeit. Die NÖN hat nachgefragt, wie es mit den guten Vorsätzen ausschaut.
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Mehr Obst und weniger Süßes essen, mehr Bewegung in der frischen Luft machen – das hat sich Erzdechant Wilhelm Schuh für die Fastenzeit vorgenommen: „Im Winter ist man weniger oft draußen. Ich habe mir vorgenommen, wieder mehr spazieren oder walken zu gehen.“

Das normale Leben sei ohnehin nicht so üppig, da brauche er sich sonst nicht so große Verzichtsvorsätze nehmen, sagt der Geistliche. Er hofft, dass die Fastenzeit eine ruhige Zeit wird, in der er auch zum Lesen kommt: „Ich habe gute Bücher, auch religiöse Bücher, die erbaulich sind. Ich möchte mir gern Zeit zum Lesen nehmen.“

„Einige wird es sicher geben, die die Fastenzeit sehr bewusst gestalten.“

Dass sich für den Großteil der Bevölkerung in der Fastenzeit das Leben massiv verändert, glaubt Pfarrer Schuh nicht: „Einige wird es sicher geben, die die Fastenzeit sehr bewusst gestalten.“ Aber nachdem die Gasthäuser ohnehin derzeit Corona-bedingt geschlossen sind, spiele sich das Leben sowieso eher ruhiger daheim ab. Wenn die Lokale öffnen würden, dann würden die Leute sicher auch in der Fastenzeit gern ins Gasthaus gehen, ist Wilhelm Schuh überzeugt: „Das widerspricht ja auch der Fastenzeit nicht.“

Erzdechant Wilhelm Schuh will weniger naschen und sich mehr bewegen.
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Für Bezirksfeuerwehrkommandant Georg Schröder hat das Wort „Fasten“ nicht nur in der Fastenzeit Bedeutung. „Ich habe vor gut einem Jahr mit dem Intervallfasten begonnen“, erzählt der Totzenbacher. „Fazit: Ich habe 12 Kilogramm abgenommen, fühle mich gesünder, und genieße das Essen viel mehr als früher.“

Nur zwei Mahlzeiten pro Tag

Wie genau schaut das Intervallfasten bei Georg Schröder aus: Er hat die Variante 16/8 gewählt. Das heißt 16 Stunden am Tag wird gefastet, da gibt es nichts außer schwarzem Kaffee, Tee und Wasser, und acht Stunden wird nicht fastet. „In der Praxis bedeutet das, dass ich meine erste Mahlzeit gegen 12 Uhr und meine zweite Mahlzeit gegen 19 Uhr zu mir nehme. Zusätzlich betreibe ich regelmäßig Sport.“

Für den ÖVP-Landtagsabgeordneten Martin Michalitsch ist die Fastenzeit immer ein Anlass, seine Gewohnheiten zu überdenken und da und dort auch zu verändern. Nachdem dazu durch die Corona-Zeit ohnedies schon reichlich Gelegenheit war, sei für ihn diesmal nicht Verzicht das Hauptthema: „Ich möchte mir heuer bewusst Zeit für Menschen nehmen, die das vielleicht nicht erwarten und denen ich damit eine Freude machen kann.“

Josef Frank versucht das ganze Jahr über, bewusst zu leben. Hinterndorfer
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Für die Grüne Nationalratsabgeordnete Elisabeth Götze ist die Fastenzeit „ein guter Zeitpunkt, „meine Ernährungs- und sonstige Lebensgewohnheiten zu hinterfragen. Süßes, Alkohol, Weißmehl. Mein Ziel ist, das weg zu lassen und so meine Corona-Kilos wieder loszuwerden.“ Außerdem freut sich die Eichgrabenerin auf mehr Bewegung an der frischen Luft: „Ein Vergnügen, da die Tage merklich länger und hoffentlich bald wärmer werden.“

„Ich möchte mir heuer bewusst Zeit für Menschen nehmen, die das vielleicht nicht erwarten und denen ich damit eine Freude machen kann.“ Martin Michalitsch

Josef Frank kommt gerade von einem Spaziergang zurück, als ihn die Neulengbacher NÖN anruft. Besondere Vorsätze hat er sich für die Fastenzeit nicht genommen: „Ich schaue, das ganze Jahr bewusst zu leben, nicht zu viel zu essen und wandern zu gehen. Ich bemühe mich, ein normales, gesundes Leben zu führen.“ Abnehmen würde der Seniorchef des Neulengbacher Modegeschäfts zwar schon gern: „Aber das gelingt nicht wirklich“, schmunzelt er.

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