Auch Region Wienerwald bereitet sich auf Blackout vor

Gemeinden, FF und Behörden im Raum Neulengbach rüsten sich für flächendeckenden Stromausfall, auch Funkamateure sind aktiv.

Erstellt am 03. November 2021 | 05:15
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Michael und Barbara Zwingl mit Philipp Springer (Mitte), einem Funker-Kollegen von der International Amateur Radio Union aus Erding in Bayern mit einer handlichen Satelliten-Funkanlage.
Foto: Christine Hell

Was tun, wenn plötzlich flächendeckend der Strom ausfällt? Diese Frage beschäftigt natürlich auch die Gemeinden. Die Stadt Neulengbach hat ein Notstrom-Aggregat und einen Tank mit Dieselersatztreibstoff angeschafft. Zwei Testläufe wurden bereits erfolgreich durchgeführt. Ein Thema in der Stadt ist jetzt die Aufrechterhaltung der Wasserversorgung.

Schröder: Hohe Abhängigkeit in dicht verbauten Gebieten

Auch die Feuerwehr befasst sich intensiv mit dem Thema Blackout. Bezirkskommandant Georg Schröder hält fest, dass 2014 beim Blackout in Slowenien die niederösterreichischen Feuerwehren mit 25 Groß-Stromerzeugern der Bevölkerung geholfen und wertvolle Erfahrungen gesammelt haben.

„Man muss sich vorstellen, was damals passiert ist: Der Strom fällt von einer Sekunde auf die andere aus. Plötzlich kein Licht, kein Handy, kein Internet, keine Heizung. Aufzüge bleiben stecken, das Wasser hört auf zu rinnen und damit funktionieren auch keine Toilettenspülungen mehr. Die Menschen können nicht mehr kochen“, gibt Schröder zu bedenken.

Besonders hoch sei die Abhängigkeit in dicht verbauten Gebieten. Organisierte Hilfe von Rettung, Feuerwehr und Polizei sei nur mehr schwer erreichbar. Dezentrale Anlaufstellen für Information und Organisation von Hilfsmaßnahmen sind wichtig.

„Da bieten sich die Feuerwehrhäuser, die teilweise schon mit Notstrom-Aggregaten ausgerüstet sind, an“, so Schröder. Er ist überzeugt, dass das Thema Blackout noch nicht ernst genug genommen wird: „Auf der lokalen Ebene ist es von besonderer Bedeutung, die Menschen über Vorkehrungsmaßnahmen aufzuklären.“

Wichtig: Vorsorge treffen

In dieselbe Kerbe schlägt Bezirkshauptmann Josef Kronister: „Wichtig ist, dass jeder einzelne Vorsorge für sich trifft. Man kann sich nicht darauf verlassen, das im Falle eines Blackouts alles zur Verfügung steht, wie man es gewohnt ist.“ Die BH kann sich über ein Notstrom-Aggregat eine gewisse Zeit selbst mit Strom versorgen. Die Eigendaten der EDV sind extra gesichert. Mit den Gemeinden kann über eine gewisse Zeit mittels Digitalfunk kommuniziert werden.

Bei der Kommunikation werden Funker eine wichtige Rolle haben. Der Neulengbacher Michael Zwingl, Präsident des Österreichischen Versuchssenderdachverbandes, weiß, dass das Thema Blackout immer mehr an Aktualität gewinnt. Er ist mit einem Team aus Familie und Freunden sowie Kollegen mit der Vorbereitung auf den Katastrophenfall beschäftigt.

„Kommunikation wird schnell ausfallen. Und genau da sind wir Funkamateure gefordert, für die Kommunikation mit Gemeinde, BH, Feuerwehr, Polizei oder Rettung zu sorgen und wichtige Informationen zu Medikamenten- und Lebensmittelversorgung, Krankentransport usw. zu erhalten und weiterzuleiten“, erklärt Zwingl.

Er erachtet es als wichtig, dass Menschen, die sich mit lizenzfreien „Jedermannfunk“-Geräten beschäftigen oder ein CB-Funkgerät besitzen, zu einem „runden Tisch“ zusammenkommen, und er empfiehlt, die Amateurfunkausbildung Klasse 3 zu machen. „Sie könnten dann im Krisenfall mit uns kommunizieren und uns mit der Weiterleitung von Informationen unterstützen.“

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