Katharina (21) beim RK Neulengbach: „Ist schön, wenn man helfen kann“

Aktualisiert am 24. Mai 2022 | 20:01
Lesezeit: 3 Min
440_0008_8363017_wwa21darueber_nb_rettung_sozialjahr_hoe.jpg
Katharina Höller hat sich entschlossen, ein freiwilliges Sozialjahr beim Roten Kreuz in Neulengbach zu absolvieren.
Foto: RK Neulengbach
Neun Monate engagiert sich junge Maria Anzbacherin im freiwilligen sozialen Jahr (FSJ) ehrenamtlich beim Roten Kreuz in Neulengbach.
Werbung

Ein freiwilliges soziales Jahr absolviert Katharina Höller derzeit bei der Rot-Kreuz-Bezirksstelle in Neulengbach. Nach der Matura am Gymnasium in Tullnerbach hat sie als Au Pair in Kanada gearbeitet. Danach war sie nicht ganz sicher, in welche berufliche Richtung es gehen soll.

Von einer Freundin hat Katharina Höller von der Möglichkeit eines freiwilligen Sozialjahres gehört. Und nachdem sie sehr am sozialen Bereich interessiert ist, hat sie sich für diesen Weg entschieden.

Seit etwa einem halben Jahr ist die junge Maria Anzbacherin nun schon auf der Bezirksstelle im Einsatz. Ihre Ausbildung zur Rettungssanitäterin hat sie bereits abgeschlossen. Am aufregendsten war für die 21-Jährige ein Einsatz bei einem Unfall auf der Autobahn, bei dem ein Fahrzeug in Brand geriet. Zwei Personen waren verletzt, die Neulengbacher Rettungsleute übernahmen einen Patienten und brachten ihn ins Krankenhaus.

„Das Interesse am freiwilligen Sozialjahr ist relativ groß.“ daniel rauchecker RK-Bezirksstellenleiter-Stellvertreter

Auf die Frage, was das Schönste bei ihrer freiwilligen Tätigkeit im Rettungswesen ist, antwortet Katharina Höller gegenüber der NÖN: „Das Schönste ist im Team zu arbeiten und zu sehen, dass man helfen kann und eine Stütze im Alltag sein kann. Man merkt, dass sich die Leute freuen, und das ist schön.“

Weniger schön seien die Überstunden, die immer wieder anfallen. „Das ist im Vergleich zu anderen Jobs schon häufiger der Fall.“ Denn wenn kurz vor Dienstschluss noch spontan ein Einsatz zu absolvieren ist, dann heißt es natürlich länger bleiben.

Überrascht hat die junge Sanitäterin die hohe Anzahl der Krankentransporte: „Das ist ein extrem großer Bereich bei der Rettung.“ Corona macht die Arbeit auf einer Rettungsstelle nicht einfacher. Die ganze Zeit Maske zu tragen und bei Corona-Transporten oder bei Verdachtsfällen mit stärkeren Schutzmaßnahmen zu arbeiten sei schon eine Herausforderung.

„Es gibt Höhen und Tiefen. An manchen Tagen ist es stressiger, an anderen Tagen ist es einfacher“, so Katharina Höller. Sehr positiv sei, dass man zum Beispiel auch in die mobile Krankenpflege schnuppern kann.

Seit vier Jahren gibt es beim Roten Kreuz Neulengbach die Möglichkeit, ein freiwilliges Sozialjahr zu absolvieren. „An sechs Terminen kann man starten. Anfangs waren es nur vier Termine, aber das Interesse ist relativ groß“, informiert Bezirksstellenleiter-Stellvertreter Daniel Rauchecker.

Der Vorteil eines FSJ sei, dass man die staatlich anerkannte Ausbildung zum Rettungssanitäter absolvieren und auch andere Leistungsbereiche kennenlernen könne, so Rauchecker. Das FSJ kann neun Monate bis ein Jahr dauern. 34 Wochenstunden sind zu leisten, es gibt eine kleine Entschädigung für die Tätigkeit. „Außerdem kann man auch die Familienbeihilfe weiter beziehen“, so Rauchecker.

Bei der Neulengbacher Rettung hofft man, dass Leute, die ein Sozialjahr absolvieren, der Organisation dann als Freiwillige erhalten bleiben. Mit Katharina Höller dürfte zu rechnen sein: Ihr freiwilliges Sozialjahr endet Ende Juli, danach möchte sie eine Ausbildung zur Volksschulpädagogin absolvieren. Daneben würde sie gern hin und wieder freiwillig beim Roten Kreuz tätig sein.

Weiterlesen nach der Werbung

Umfrage beendet

  • Nehmt ihr euch Zeit für eine ehrenamtliche soziale Tätigkeit?