Günter Heiss: „Das Kontrollieren wird schwierig“. Günter Heiss vom Heiss & Süß in Neulengbach über das Aufsperren, seine Erwartungen und Sorgen.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 12. Mai 2021 (04:10)
Der Neulengbacher Gastronom hofft, dass sich nach zwei bis drei Wochen alles einpendelt.
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NÖN: Was erwarten Sie sich für die Öffnung der Gastronomie am 19. Mai? Wird es einen Kundenansturm geben?
Günter Heiss: Ich glaube, dass die Leute am Anfang eher verhalten sein werden, dann wird es sich einpendeln. Mein Wunsch wäre, dass nach zwei bis drei Wochen alles wieder gut läuft. Aber das ist Kaffeesudleserei. Die Situation ist ja völlig ungewohnt. Stammgäste, die jeden Tag um 10 Uhr zu uns gekommen sind, waren jetzt ein halbes Jahr daheim. Ich bin neugierig, ob sie wieder kommen. Und der Ablauf im Geschäft muss sich auch wieder einspielen. Das wird sicher ein paar Tage dauern.

„Die Menschheit muss lernen, mit der Situation umzugehen. Es muss wieder Normalität einkehren, das ist auch für die Unternehmer wichtig.“ Günter Heiss

Wie geht man in dieser unsicheren Situation mit dem Einkauf um?
Wir fahren den Laden jetzt allmählich hoch, die ersten Lieferungen kommen diese Woche. Ich muss so bestellen, als wäre viel los, denn das Schlimmste wäre, wenn Waren ausgehen. Man muss ein bisschen riskieren. Nachdem wir die ganze Zeit am Samstag und am Sonntag offen hatten, haben wir aber auch einige Erfahrungswerte. Und Getränke sind sowieso länger haltbar.

Wie sehen Sie die coronabedingten Sicherheitsregeln?
Wir sind natürlich gebunden an die gesetzlichen Vorgaben, das heißt 2-Meter-Abstände sind im Schanigarten und im Lokal einzuhalten, Desinfektionsmittel werden bereitgestellt, das ist selbstverständlich. Kunden dürfen nur kommen, wenn sie getestet, genesen oder geimpft sind. Meine große Sorge ist allerdings, wie das kontrolliert und gehandhabt wird. Das Kontrollieren der Kunden ist wirklich schwierig. Ich weiß nicht, wie wir das machen sollen. Was ist, wenn jemand mit einem fremden Handy kommt? Ausweise dürfen wir wegen des Datenschutzes ja nicht kontrollieren. Außerdem sind wir Gastronomen und keine Kontrollore.

Wie schätzen Sie die weitere Entwicklung ein?
Es wird sehr spannend, wie sich die wirtschaftliche Situation weiter entwickelt. Wenn die Förderungen auslaufen und die Kurzarbeit beendet wird, wird es wirklich spannend. Ich hoffe, dass sich die Pandemie schön langsam legt und wir in ruhigere Fahrwasser kommen. Es wird Zeit, dass es wieder Sicherheit gibt. Die Menschheit muss lernen, mit der Situation umzugehen mit Impfen und Schützen. Es muss wieder Normalität einkehren, das ist auch für die Unternehmer wichtig. Es ist wichtig, dass wir gesund bleiben und dass sich die Wirtschaft erholt. 36 Milliarden Euro Hilfsleistungen in einem Jahr, das muss wieder verdient werden. Die Menschen in Arbeitslosigkeit oder in Kurzarbeit verdienen weniger, das wirkt sich auf die Kaufkraft aus. Darum ist es umso wichtiger, in Österreich einzukaufen.

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