Kultursommer in Neulengbach eröffnet. Trotz Coronapandemie gibt es Veranstaltungen in diesem Sommer. Den Beginn machte ein Klassik-Konzert im Hof des Gerichtsgebäudes.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 08. August 2020 (04:24)

Ein klassisches Konzert unter dem Motto „Oper, Operette und noch mehr“ stand am Anfang des Kultursommers, der einen Reigen wöchentlicher Veranstaltungen bietet: Pop, Rock, Lesung, musikalisches Kabarett, Vernissage, Konzert von Nachwuchstalenten und Kinoabenden, die die Stadtgemeinde Neulengbach als Impuls für das kulturelle Leben in schweren Zeiten organisiert und finanziert. Als Tribut an Corona wurden persönliche Anmeldungen beim Kartenvorverkauf entgegengenommen und Abendkartenkäufer registriert, Karten mit Sitznummern ausgegeben, die Sitze in Gruppen nach gemeinsam wohnenden Besuchern aufgestellt. Es herrschte Maskenpflicht in Innenräumen, das Buffet, die Pause und damit der übliche Smalltalk entfielen. Dies konnte aber der guten Stimmung im gut besetzten Hof des Gerichtsgebäudes vor der mit Lichteffekten und Tüchern wunderschön dekorierten Bühne nicht viel anhaben.

Den Abend gestalteten die Mezzosopranistin Martina Steffl, Bassbariton Yasushi Hirano und Pianistin Veronika Weinhandl. Die Neulengbacherin Martina Steffl unterrichtet an der Musikuniversität Wien eine Gesangsklasse und konzertiert als gefragte Solistin mit namhaften Instrumentalisten und Dirigenten in wichtigen Sakralbauten und großen Konzertsälen. Der in Japan gebürtige Yasushi Hirano perfektionierte an der Musikuniversität Wien seine Ausbildung, wirkt als fixes Ensemblemitglied an der Volksoper Wien und profiliert sich als Opern- und Oratoriensänger international. Veronika Weinhandl unterrichtet seit vielen Jahren an der Musikuniversität Wien und betreut Klassen für Gesang, Querflöte und den Schwerpunkt für Korrepetition.

Mit viel Witz, routiniert und rhetorisch perfekt führte der knapp 16-jährige Clemens Holzbauer durch den Abend und erklärte die Einbettung der Arien in die Handlungsstränge der Werke, denen sie entnommen waren. So wurden bekannte Stücke wie „Ich lade gern mir Gäste ein“ aus der „Fledermaus“ von Johann Strauß oder Mozarts „Non piu andrai“ aus „Le Nozze di Figaro“ ebenso geboten wie ein Duett aus Franz Lehars „Polkatänzer“ oder Joseph Haydns „Ah crudel! Poi che lo brami!“ Auch Arien von Lortzing, Millöcker, Rossini und Wagner fehlten nicht; dazu Lieder von Mendelssohn–Bartholdy und Schumann. Einfühlsam, nuanciert und mit großer Spielfreude interpretierten die Künstler das Programm und gewannen die Herzen ihrer Gäste. Das Publikum dankte mit langanhaltendem Applaus. Zufrieden mit dem „gelungenen Abend in dem tollen Ambiente“ zeigte sich Stadträtin Maria Rigler.

Premieren für Mutter und Sohn

Eine Premiere war es nicht nur für Clemens Holzbauer: Auch seine Mutter Martina Steffl konzertierte in Neulengbach zum ersten Mal außerhalb der Kirche beim ersten klassischen Konzert im Gerichtsgebäude. „Wir müssen in diesen herausfordernden Zeiten lernen, in allen Facetten zu leben. Das Virus wir uns noch länger begleiten“.