Region Neulengbach: Wahl mit einigen Premieren. Im Wienerwald treten mehrere Bürgermeisterparteien im Jänner mit neuen Spitzenkandidaten an.

Von Renate Hinterndorfer und Birgit Kindler. Erstellt am 17. September 2019 (04:19)
Wodicka; Foto-Montage Alex König
Wodicka; Foto-montage Alex König

Seit der Wahl 2015 sind alle acht Gemeinden der Wienerwald Initiativ Region in schwarzer Hand: Damals hat Altlengbach, die letzte rote Gemeinde, die Mehrheit an die Volkspartei verloren. VP-Bürgermeister Michael Göschelbauer geht zuversichtlich in die Wahl: „Wir freuen uns schon auf die Gemeinderatswahl, bis dahin werden wir alle wichtigen Projekte abarbeiten.“

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Irmgard Schibich: Erstmals Spitzenkandidatin.

Erstmals der Wahl stellt sich Irmgard Schibich, die im Vorjahr das Bürgermeisteramt in Innermanzing von Ernst Hochgerner übernommen hat: „Für mich ist es das erste Mal, dass ich einen Wahlkampf hautnah miterlebe. Ich hoffe, dass viele Menschen zu den Wahlen gehen. Mein Ziel ist es die Mandate zu erhalten, vielleicht auch das eine oder andere dazuzugewinnen. Aber das kann man schwer einschätzen.“

Zum ersten Mal als Spitzenkandidatin geht auch die Asperhofenerin Katharina Wolk ins Rennen: Sie musste nach der Wahl 2015 das Bürgermeisteramt übernehmen, weil Josef Ecker und Harald Lechner zurückzogen.

„Politiker werden momentan pauschal in ein schlechtes Licht gerückt. Das Anpatzen ist nicht förderlich.“ Franz Wohlmuth über die schwieriger werdende Suche nach Kandidaten für die Gemeinderatswahl

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Georg Ockermüller: Ebenfalls zum ersten Mal Nummer 1.

In Eichgraben tritt als Nachfolger von Bürgermeister Martin Michalitsch erstmals Georg Ockermüller an. In Brand-Laaben wird statt dem scheidenden Bürgermeister Helmut Lintner sein Nachfolger Hermann Katzensteiner ins Rennen gehen.

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Franz Wohlmuth:Kandidatur ungewiss.

Völlig offen ist nach wie vor die Kandidatenfrage bei der Bürgermeisterpartei in Neulengbach. Ob Franz Wohlmuth noch einmal antritt wird sich im Oktober entscheiden“, sagt der VP-Politiker auf Anfrage der NÖN. Zuvor lässt sich die Partei von einem externen Trainer beraten. Klar ist, dass sich die Neulengbacher Volkspartei erneuern und verjüngen will: „Wir hatten bei der letzten Wahl etwa ein Drittel neue Kandidaten, heuer werden es auch ein Viertel oder ein Drittel Neue werden“, kündigt Wohlmuth an.

Allerdings werde es immer schwieriger, Menschen für die Mitarbeit in der Gemeindepolitik zu begeistern, merkt der Bürgermeister der 8000-Einwohner-Stadt an, und das liege unter anderem auch an der Bundespolitik: „Politiker werden momentan pauschal in ein schlechtes Licht gerückt. Dieses Anpatzen ist nicht förderlich.“ Dabei sei gerade die Arbeit in der Kommunalpolitik erstrebenswert, ist Wohlmuth überzeugt: „Wenn man etwas in der Region oder in seiner Ortschaft bewegen möchte, muss man in die Kommunalpolitik gehen. Da kann man mit Arbeit und Hartnäckigkeit etwas weiterbringen.“

Um Stimmen und Mandate kämpfen in Neulengbach weiters auch diesmal wieder SP, FP, Grüne und Neos. Bei den Sozialdemokraten dürfte diesmal Mario Drapela die Liste anführen, die Entscheidung wird Anfang Oktober bekannt gegeben. Bei den Grünen ist die Nummer 1 bereits seit einiger Zeit fix: Statt Barbara Löffler wird wie berichtet Paul Mühlbauer antreten. Bei den Neulengbacher Blauen geht erstmals Petra Tauber als Spitzenkandidatin ins Rennen. Sonja Koschina wird wieder mit den NEOS antreten.

Sie sagt: „Bei uns gibt es einen Vorwahlprozess mit Hearings, die Liste wird gerade erstellt. Wir haben sehr viel Zuspruch und neue Interessenten, auch seit dem Ibiza-Video.“ Gernot Steier, der 2015 mit einer Bürgerliste um Stimmen der Neulengbacher gekämpft hat und das Wahlziel nicht erreicht hat, geht diesmal nicht mehr ins Rennen.

Auch in Asperhofen dürfte eine Liste wegfallen: Ob Kurt Schmidratner mit seiner Freiheitlichen Liste Asperhofen, die derzeit mit drei Mandaten im Gemeinderat ist, noch einmal startet, darf bezweifelt werden. „Wir treten wahrscheinlich nicht mehr an. Ich bin noch am Überlegen, aber aus gesundheitlichen Gründen wird es mir eher nicht mehr möglich sein“, sagt FLA-Chef Schmidratner, der ursprünglich für die FP Politik gemacht hat.

Laut FP-Bezirksobmann Erich Königsberger soll bei der Gemeinderatswahl wieder eine FP-Liste in Asperhofen antreten. Insgesamt wolle man im Bezirk St. Pölten in mehr Gemeinden als bisher antreten, betont Königsberger: „Aber derzeit sind wir noch mit der Nationalratswahl beschäftigt.“

Unklar ist noch, ob es eine Bürgerliste in Asperhofen geben wird. Wie berichtet kursierten Gerüchte, dass der frühere VP-Bürgermeister Josef Ecker Interesse hätte. Gegenüber der NÖN erklärte er jetzt: „Ob ich eine eigene Liste mache, wird sich in den nächsten Wochen zeigen.“

Die Grünen sind derzeit in Eichgraben, Kirchstetten, Maria-Anzbach, Neulengbach und Neustift-Innermanzing vertreten und werden dort auch wieder kandidieren. Zusätzliche Listen dürfte es nicht geben.

Bezirkssprecher Michael Pinnow: „Wir sind stolz darauf, dass wir in allen bisherigen Gemeinden weiterhin für den Gemeinderat Kandidaten und Kandidatinnen gefunden haben. Diese Gruppen erfahren gerade einen starken Zulauf an neuen Mitgliedern und Aktivisten.“ Ganz knapp gescheitert sind bei der Wahl 2015 die Grünen in Altlengbach. Auf die Frage, ob es dort einen neuen Versuch geben wird, antwortet Pinnow: „Bis heute ist es nicht gelungen, eine neue Ortsgruppe für den Gemeinderat zu finden.“ Dass es noch gelingt, glaubt Pinnow eher nicht.

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