Illegale Automaten sind Hauptproblem. Süchtige kommen leicht an Geräte ohne Genehmigung und Kontrollen. Sonderkommission soll Missbrauch eindämmen.

Von Birgit Kindler. Erstellt am 24. April 2018 (05:42)
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Automaten, die nicht genehmigt sind, locken viele Spielsüchtige an.
NOEN, shutterstock.com/welcomia

Viele über 18 waren in einem Casino und haben an Spielautomaten gezockt. Für die meisten ist das ein Spaß, den man sich hin und wieder gönnt. Nicht so für Spielsüchtige. Für sie ist das weniger lustig.

Hauptproblem sind Automaten, die illegal betrieben werden. Die Geräte sind leicht zu finden, Genehmigungen, Schutzzonen oder Ausweiskontrollen gibt es nicht. Auch in der Region werden immer wieder illegale Automaten aus dem Verkehr gezogen. Vor einem halben Jahr wurde die Soko Glückspiel gegründet, sie besteht aus Vertretern der Finanzpolizei, Exekutivbeamten sowie Behördenvertretern.

82 Automaten im Bezirk

„In den letzten Wochen konnten drei illegale Automaten entfernt werden“, weiß Bezirkshauptmann-Stellvertreter Christian Steger. Insgesamt wurden 2017 in Stadt und Bezirk 61 Automaten beschlagnahmt. „Durch die Razzien ist das illegale Glücksspiel gesunken, allerdings werden die beschlagnahmten Geräte rasch durch neue ersetzt. Mehrmalige Anzeigen sind daher notwendig“, weiß Gert Schmidt von der Website spieler-info.at. Diese Internetseite hat sich dem Spielerschutz verschrieben.

Es gibt aber auch Automaten, die vom Land genehmigt wurden. 78 Geräte gibt es in der Landeshauptstadt und 82 im Bezirk. „Die Anzahl der zulässigen legalen Glücksspiel-Automaten richtet sich nach der Bevölkerungsanzahl im Bundesland. Pro 1.200 Einwohner Niederösterreichs darf ein Glücksspielautomat bewilligt werden. Kontingente für einzelne Bezirke gibt es nicht“, weiß Eleonore Wolf, Leiterin der Abteilung für Veranstaltungsangelegenheiten im Land, die für die Genehmigung zuständig ist.

 Schutzzonen bei Schulen

 Bevor ein Automat aufgestellt werden darf, muss der Bewilligungswerber Voraussetzungen im Interesse des Jugend- und Spielerschutzes einhalten. Laut Gesetz muss so ein Gerät mehr als 100 Meter Gehweg entfernt von Kindergärten, Schulen, Horten und Jugendheimen sein.