„Halbherzige Lösungen“. ENTWICKLUNG / ÖVP-Obmann Michael Göschelbauer ortet viele Versäumnisse, Ortschef Wolfgang Luftensteiner: „Lächerlich.“

Erstellt am 30. August 2011 (08:07)
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VON RENATE HINTERNDORFER

ALTLENGBACH / Der Chef der Altlengbacher ÖVP, Michael Göschelbauer, ist mit der Gemeindeentwicklung alles andere als zufrieden: „Probleme im Ortszentrum, keine Nahversorgung, Bevölkerungsschwund, das umstrittene Mega-Projekt der Raststätte, die Liste der Probleme ist lang. Vieles, was in den letzten 30 Jahren versäumt wurde, fällt uns jetzt auf den Kopf.“

Dass man in der Vergangenheit immer nur Symptome mit halbherzigen Lösungen bekämpft habe, anstatt den Ursachen auf den Grund zu gehen, würde sich jetzt rächen, meint Göschelbauer.

Seit Jahren werde die gemeinsame Erarbeitung eines Ortskernkonzepts einfach verweigert, so der ÖVP-Chef in Richtung SPÖ: „Sämtliche Liegenschaften im Ortszentrum, die zum Verkauf angeboten waren, wurden von der Gemeinde nicht gekauft, und somit Chancen einer Veränderung oder Erneuerung vertan.“

Auch die Abwanderung ist für Göschelbauer eine Folge falscher Gemeindepolitik über die letzten Jahrzehnte. Für viele Familien sei Altlengbach nicht attraktiv genug, hier gäbe es auch im Wohnbau große Versäumnisse.

Das Megaprojekt der Autobahn-Raststätte, die derzeit gebaut wird, sieht der ÖVP-Chef nach wie vor kritisch. „Wir werden täglich von Menschen angesprochen, denen dieses Projekt höchst suspekt ist.“

Bürgermeister Wolfgang Luftensteiner (SP) findet den Rundumschlag von VP-Seite „geradezu lächerlich. Die ÖVP war in der Vergangenheit gegen den Bau des Kindergartens, die ÖVP war massiv gegen alle Wohnbau-Initiativen, die ÖVP war gegen eine Erdgas-Leitung, die ÖVP war gegen eine Krabbelstube.“ Fazit des Ortschefs: „Wenn es nach der ÖVP gegangen wäre, dann wären wir in den 50er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts stecken geblieben.“

Versäumnisse puncto Ortskernkonzept sieht Luftensteiner nicht und verweist auf eine Arbeitsgruppe, in die alle eingebunden seien. Den Kauf einer Liegenschaft bei der Engstelle in Altlengbach habe man gemeinsam mit der ÖVP ausverhandelt: „Und wir sind gemeinsam gescheitert.“

Zum Thema Bevölkerungsentwicklung sagt der Ortschef: „Wir sind keine Abwanderungsgemeinde. Wir sind seit 2001 zweistellig gewachsen, jetzt stagnieren wir.“

Verwundert zeigt sich Wolfgang Luftensteiner über die Haltung der VP zum Raststätten-Projekt: „Bis jetzt war die ÖVP für die Raststätte und die Grünen waren dagegen. Jetzt gibt es scheinbar einen Meinungsumschwung. Ich habe immer gedacht die ÖVP ist eine Wirtschaftspartei, aber das ist offensichtlich die SPÖ.“

Für den Ortschef ist die Autobahn-Raststätte eine zusätzliche Attraktion für Altlengbach, die nur Vorteile bringe: „Die 100-km/h-Strecke wird verlängert, wir bekommen 70 Arbeitsplätze und zusätzliche Kommunalsteuer. Ich wüsste keine Nachteile.“

SP-Bürgermeister Wolfgang Luftensteiner wundert sich: „Vorwürfe sind lächerlich.“

VP-Obmann Michael Göschelbauer spart nicht mit Kritik: „Liste der Probleme ist lang.“