Neulengbacher Talent am Klavier: 13-Jährige für Uni-Kurs zugelassen

Eva Rautner spielt seit neun Jahren Piano. Jetzt darf die 13-Jährige einen Hochbegabtenkurs an der Uni Wien absolvieren.

Erstellt am 14. Oktober 2021 | 05:25
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Klavierlehrerin Monika Scherer freut sich riesig mit ihrer Schülerin Eva Rautner, dass sie die Zulassungsprüfung für den Hochbegabtenkurs an der Musik-Uni in Wien bestanden hat.
Foto: Foto Dietl

Eva Rautner ist 13 Jahre alt, geht in ein bilinguales Gymnasium in Wien, unternimmt gerne etwas mit ihrer Schwester und ihren Freundinnen. Und sie spielt Klavier in der Musikschule Neulengbach. Seit ihrem 4. Lebensjahr.

Jetzt bestand sie die Zulassungsprüfung für den Hochbegabtenkurs an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien (MDW) am Institut für Konzertfach Klavier. Ab diesem Semester besucht sie an der Universität die Klasse von Vladimir Kharin, der herausragende Talente auf das Konzertfachstudium vorbereitet.

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„Ohne Sport würd’s echt nicht gehen!“ eva rautner Schülerin

Der Weg bis zum Hochbegabtenkurs war eine Verkettung mehrerer glücklicher Umstände. Alles begann damit, dass Eva im Alter von vier Jahren am Tag der offenen Tür der Musikschule das Klavier auf Anhieb am besten gefiel.

„Eva hat immer schon viel getanzt und gesungen. Deshalb bin ich mit ihr zum Tag der offenen Tür gegangen“, erinnert sich Evas Mutter lächelnd.

Auch Klavierlehrerin Monika Scherer erinnert sich an den Beginn vor neun Jahren: „Ich wusste schon ab der ersten Minute: Da ist irgendetwas, etwas Besonderes. Eva hat Dinge immer sofort umgesetzt. Wir hatten es im Unterricht lustig, haben ganz spielerisch begonnen. Dann hat sie uns mit sieben Jahren zum ersten und mit neun Jahren zum zweiten Mal zu prima la musica gebracht. Ich bin keine, die sagt: Meine Schüler müssen zum Wettbewerb fahren.“

Beim österreichischen Musikwettbewerb erspielte die junge Pianistin jeweils einen ersten Preis mit Auszeichnung. Auch 2020 nahm das Ausnahmetalent am Wettbewerb teil und gewann einen ersten Preis, mit der Teilnahmeberechtigung am Bundeswettbewerb.

Nervosität kennt Eva während des Musizierens nicht: „Davor ist man eigentlich immer nervös, aber wenn man vor dem Konzertflügel sitzt, ist es richtig schön dort zu sein und zu spielen. Auf der Bühne ist es immer aufregend und angenehm zugleich“, erklärt sie.

Buchbinder und Wang als Vorbilder

Der Bundeswettbewerb konnte aufgrund von Covid-19 nicht stattfinden. Dennoch setzte sich die Erfolgsgeschichte fort: Ein Jurymitglied entdeckte Evas Potenzial und lud sie zu seinem Sommerkurs nach Salzburg ein. Daraufhin wurde für die Musikerin klar: „Ich möchte eine professionelle Karriere einschlagen.“ Gemeinsam berieten die zunächst skeptischen, doch stets unterstützenden Eltern und die langjährige Klavierlehrerin die nächsten Schritte.

Eine Recherche im Internet ergab den Kontakt zu Vladimir Kharin. Bei der Zulassungsprüfung spielten mehr als 40 junge Pianistinnen und Pianisten aus verschiedensten Ländern für sehr wenige Studienplätze vor. Seit dem Sommer 2020 übt Eva vier bis fünf Stunden täglich Klavier.

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Vier bis fünf Stunden täglich übt die junge Neulengbacherin.
Dietl

Das Pensum auch nach einem Tag in der Schule zu erfüllen, fällt Eva leicht: „Oft bin ich so in ein Stück vertieft, dass die Zeit wie im Flug vergeht. Wenn ich keine Lust zu üben habe, dann mach ich’s entweder trotzdem oder ich hör‘ mir das Stück an und bekomme Lust, es auch so schön spielen zu können und dann setz‘ ich mich hin und übe“, verrät die motivierte Pianistin.

Zum Ausgleich macht Eva viel Sport, besonders gerne geht sie mit ihrem Papa und ihrer Schwester in den Wald laufen. „Ohne Sport würd’s echt nicht gehen!“

Eva Rautner mag vor allem die Klassik: „Beethoven und Mozart, diese Stücke sind einfach einmalig“. Aber auch Werke anderer Epochen sind für sie reizvoll: „Jedes Stück ist so anders und auf seine Weise wunderbar. Jedes Stück an sich ist schon schön, dass man es gerne spielt.“

Ihre Vorbilder sind ganz Große wie Rudolf Buchbinder und Yuja Wang, aber auch neue Bekanntschaften von der MDW. Für Lehrerin Monika Scherer ist es „wie ein Wunder, dass die doch auch harte Arbeit so tolle und schöne Ergebnisse bringt. Das war ein jahrelanges Ineinandergreifen von Motivation ohne Krise, ohne Zwang und mit wohlwollender Unterstützung und Interesse aus dem Elternhaus. Es ist einfach unglaublich schön.“