Bluttat in Neulengbach: Geständig nach Mord. Neulengbacher soll Partnerin getötet haben. Zurechnungsfähigkeit wird geprüft.

Von Monika Dietl, Beate Riedl und Renate Hinterndorfer. Erstellt am 28. April 2021 (04:41)
In diesem Wohnhaus soll ein Mann seine Partnerin umgebracht haben. Von der Staatsanwaltschaft St. Pölten wurde eine Obduktion des Opfers angeordnet.
Dietl, Dietl

Seit Donnerstagabend ist er das Gespräch Nummer eins in der Stadt – der Mord an einer Neulengbacherin (64). Der Gemeinderat hielt am Montag eine Gedenkminute.

Nicht nur Spaziergänger schauen bei der Wohnhausanlage vorbei, auch Autofahrer mit nicht regionalen Kennzeichen fahren aus Neugier vorbei. Blumen und Kerzen vor der Tür erinnern an die Tat: Durch Schläge mit einem Hammer auf den Kopf, Messerstiche und Schnitte am Hals soll die Frau von ihrem Lebensgefährten (65) bereits am Mittwoch getötet worden sein. Am Donnerstag soll der Mann dann bei Nachbarn angeläutet haben, die schließlich die Polizei alarmierten, weil dieser mit blutverschmierter Kleidung vor ihnen stand. „Die Frau war bei unserem Eintreffen bereits tot, der Notarzt konnte nur mehr den Tod feststellen“, bestätigt Rot-Kreuz-Bezirksstellenleiterstellvertreter Daniel Rauchecker.

Der mutmaßliche Täter wurde von den Rettungskräften versorgt und – unter Polizeibewachung – ins Krankenhaus gebracht, da er sich selbst Verletzungen im Bereich des Kopfes, des Halses, der Unterarme und der Beine zugefügt hatte. „Bei seiner Festnahme gab der Beschuldigte gegenüber den Polizeibeamten an, für den Tod seiner Lebensgefährtin verantwortlich zu sein“, gab die Polizei bekannt. Auch die Tatwaffen – ein Maurerfäustel und ein Messer – seien sichergestellt worden.

Am Wochenende, nachdem der 65-Jährige operiert worden war, konnte er dann von der Polizei befragt werden. „Der Mann hat sich geständig zum Mord verantwortet“, informiert Karl Wurzer von der Staatsanwaltschaft St. Pölten. Zum Motiv der Tat könne er aber keine Auskunft geben. Über den 65-Jährigen wurde die Untersuchungshaft verhängt. Zu Redaktionsschluss befand er sich noch im Krankenhaus.

Mittlerweile wurde die Obduktion des Opfers durchgeführt. Die Frau starb durch „massive Gewalteinwirkung gegen den Kopf und Verbluten“, heißt es von der Staatsanwaltschaft. Dem Opfer seien mehrere Schläge zugefügt worden.

Für den 65-Jährigen wurde ein psychiatrisches Gutachten in Auftrag gegeben. „Es gibt Anhaltspunkte, die es erforderlich machen, ein Gutachten zur Frage der Zurechnungsfähigkeit in Auftrag zu geben“, heißt es.

Mit dem Ergebnis des psychiatrischen Gutachtens wird in einigen Wochen gerechnet, so die Info der Staatsanwaltschaft.

Das Paar, das erst vor ein paar Jahren von Wien in eine Wohnung in ein Mehrparteienhaus in der Weinbergstraße in Neulengbach gezogen war, galt als freundlich und gesprächig, ist von Nachbarn aus der Umgebung zu hören. Oft gingen sie miteinander spazieren und unterhielten sich mit Nachbarn.