Neue Neulengbacher Konzepte für Energie. Strom von Photovoltaikanlagen soll im Ort verbraucht und dadurch günstiger werden.

Von Renate Hinterndorfer. Erstellt am 08. September 2021 (05:53)
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Eine Photovoltaikanlage wird auf dem Dorfhaus Markersdorf errichtet.
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Rund 25.000 Euro investiert die Stadtgemeinde Neulengbach in zwei Photovoltaik-Anlagen: Eine kommt auf das Feuerwehrhaus Markersdorf, eine auf das Dorfgemeinschaftshaus Markersdorf. Entstehen soll in der kleinen Katastrale eine Energiegemeinschaft.

Innerhalb einer solchen Gemeinschaft können die Teilnehmer gemeinsam Strom produzieren, speichern, handeln und verbrauchen. Jeder kann an einer Energiegemeinschaft teilnehmen, entweder indem er selbst Strom erzeugt, zum Beispiel mit einer Photovoltaik-Anlage auf dem eigenen Hausdach, oder indem er regionalen Strom konsumiert. „Solarstrom gemeinsam nutzen“ ist die Devise.

„Wir wollen da natürlich Vorreiter sein.“Bürgermeister Franz Wohlmuth zum Thema Energiegemeinschaft

„Das ist eine tolle Sache“, sagt Bürgermeister Franz Wohlmuth zum Thema Energiegemeinschaft: „Neulengbach möchte da natürlich Vorreiter sein.“ Man könne sich nicht zurücklehnen und warten, sondern müsse aktiv werden. Wir diskutieren das Thema seit dem Frühjahr. Ich bin froh, dass da jetzt etwas gelingt“, so Wohlmuth.

Im Stadtrat wurde im August der Beschluss für den Ankauf der beiden Photovoltaikanlagen gefasst. Wann die Paneele vom Lagerhaus geliefert werden, steht noch nicht fest. „

Die Region Elsbeere Wienerwald hat in der Region schon einige Informationsveranstaltungen zum Thema Energiegemeinschaften organisiert, zum Beispiel in Maria Anzbach, Brand-Laaben und Totzenbach. Klima- und Energiemodellregionsmanager Matthias Zawichowski erklärt gegenüber der NÖN: „Wir informieren die Gemeinden quer durch. Das Interesse ist groß. Ich bekomme jeden Tag zwei, drei Anrufe.“

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Auch die Feuerwehr bekommt eine PV-Anlage.
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Das Gesetz ermögliche die Gründung von Energiegemeinschaften. Besitzer von Photovoltaik-Anlagen verbrauchen laut Zawichowski nur 30 bis 50 Prozent des erzeugten Stroms selbst. „Alles andere schickt man ins Netz. Die Motivation ist die, Netzstrom nicht beliebig an große Energieversorger zu verkaufen, sondern in der Region.“

Der Endkunde solle einen günstigeren Endpreis bekommen, und der Besitzer einer Photovoltaikanlage solle ein höheres Entgelt als bisher bekommen, so Zawichowski.

Dass Markersdorf eine Energiegemeinschaft wird, ist fix. Ob es eine eigene kleine Gemeinschaft wird oder im Verbund mit Neulengbach oder mit der Region, das ist noch nicht klar. Derzeit laufen Erhebungen, was sinnvoll und machbar ist.

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