Gastronomin ärgert sich über fehlende finanzielle Hilfe. Kaum Geld von den Hilfsfonds hat Nina Eichinger von der Innermanzinger Kostbar gesehen. Bürger halfen mit Gutschein-Aktion.

Von Ernst Klement. Erstellt am 22. Mai 2020 (05:10)
Nina Eichinger eröffnete vor einem Jahr die Kostbar. Die Coronakrise führte zu enormen finanziellen Verlusten.Klement
Ernst Klement

Vor einem Jahr eröffnete Nina Eichinger die Kostbar und investierte in dieses Projekt nicht nur viel Herzblut, sondern auch viel Geld. Die Kostbar wurde zu einem beliebten Gasthaus, bis Covid-19 kam und die Wirte in eine Zwangspause versetzte. „Mit allem habe ich gerechnet, aber nicht, dass mir die Regierung mein Gasthaus schließt“, so Eichinger.

„Die Leute glauben, dass wir Wirte tolle Unterstützung bekommen, so ist es aber nicht.“

Die Zwangspause hatte enorme Konsequenzen. „Ich musste meine Mitarbeiter in die Arbeitslosigkeit schicken, da kein finanzieller Polster da ist. Das hat mich ins Herz getroffen, für Kurzarbeit war aber kein Geld da“, so die Inhaberin, die auf finanzielle Zuwendung vom angekündigten Hilfspaket hoffte.

Ihr Resümee nach zwei Monaten: „Bis jetzt habe ich keinen Cent gesehen. Die Leute glauben, dass wir Wirte tolle Unterstützung bekommen, so ist es aber nicht.“

Eichinger erzählt, dass sie beim ersten Hilfspaket der Regierung mit den Worten: „Sie haben das Gasthaus erst seit einem Jahr geöffnet, daher gibt es kein Geld aus diesem Hilfsfonds“ abgespeist wurde. Dann kam Hilfsfonds Nummer zwei. „Heute kam aber die Zusage, dass ich aus dem Hilfsfonds 500 Euro bekomme und vom österreichischen Hotel- und Tourismusverband (ÖHT) die Zusage für die Haftung eines Kredits“, so Eichinger.

Bevölkerung half mit Gutscheinen

Der finanzielle Verlust aus diesen zwei Monaten ist enorm. Zwei Monate herrschte tolles Ausflugswetter, wovon die Kostbar durch die Autobahnnähe besonders profitiert hätte. Nun plagen die Besitzerin Existenzängste: „Zumindest jetzt haben wir wieder geöffnet“, ist sie froh, dass die Zwangspause beendet ist.

Sie hat in dieser schwierigen Zeit zumindest mit Gutscheinaktionen für die Kostbar punkten können. „Ich möchte mich bei der Bevölkerung herzlich bedanken, die diese Gutscheine sehr gut angenommen hat und mir zumindest ein wenig finanziell geholfen hat. Das zeigt, dass die Bevölkerung will, dass die Kostbar erhalten bleibt“, freut sich Eichinger.