Erstellt am 07. Oktober 2013, 14:16

Jahrelanger Streit um Zufahrt beendet. Lösung in Sicht / Generalvergleich soll den zähen Rechtsstreit um eine Privatstraße quer durch ein Tiergehege beilegen.

Vor einem Jahr wurde mit der Blockade begonnen, um den Bau einer Zufahrtsstraße durch das Tiergehege von Animal Spirit zu verhindern. Franz-Joseph Plank (Mitte) kann jetzt aufatmen.  |  NOEN, Foto: Klement

BRAND-LAABEN / „Die Zeichen stehen gut, dass zum Welt-Tierschutztag dieser unselige, kostspielige und Nerven raubende Rechtsstreit um eine Privatstraße quer durch unsere Gnadenhof-Tiergehege endgültig beigelegt werden könnte“, freut sich Tierarzt Franz-Joseph Plank, Obmann der Tierschutz-Organisation Animal Spirit in Laaben.

x  |  NOEN, Foto: Klement

Der Streit um eine Zufahrtsstraße läuft seit 18 Jahren, vor einem Jahr spitzte er sich zu: Am 15. Oktober 2012 sollte mit dem Bau der Zufahrt zu einer alten Villa begonnen werden. Die geplante Straße führte durch den Gnadenhof, der Tiere in Not beherbergt. Franz Plank wollte das Projekt mit allen Mitteln verhindern, weil er mehrere Tierbehausungen entfernen hätte müssen. Gemeinsam mit anderen Tierschützern führte er eine wochenlange Blockade durch, um die Auffahrt der Bagger zu verhindern. Franz Plank verwies immer auf andere Möglichkeiten einer Zufahrtsstraße, die nicht über sein Grundstück führen und auch weniger gefährlich seien, weil sie nicht durch das steile Gelände gehen (die NÖN hat berichtet).

Jetzt schaut es nach einer guten Lösung aus: „Die Gegenseite hat vor dem Bezirksgericht Neulengbach endlich einem Vergleich zugestimmt, in dem sie die weiter unten gelegene Straßenvariante akzeptiert und dafür auf den erstrittenen Notweg quer durch die Weiden und Tierbehausungen verzichtet“, ist Plank erleichtert.

Verein muss Spenden „zusammenkratzen“ 

Die Agrarbezirksbehörde hat einen völlig neuen Plan für eine „Güterwege-Gemeinschaft“ ausgearbeitet, durch den die Straße wesentlich flacher, dem Gelände angepasster und weiter unten, abseits der Ställe und Häuser, verlaufen wird.

Dass eine Abschlagszahlung von 29.000 Euro zu zahlen ist, freut Plank weniger: „Das ist für unseren Verein ein riesiger Betrag, den wir uns ausschließlich durch Spenden zusammenkratzen müssen und der somit bei anderen wichtigen Tierschutzprojekten fehlen wird“, so Plank. Er hofft, dass er und seine Mitstreiter dieses Damoklesschwert nach 18 Jahren Streitens nun endgültig los sind und ihre Kraft wieder voll so wichtigen und vielfältigen Tierschutz-Aufgaben widmen können. „Gerade jetzt sind wir mitten in den Freikäufen der sogenannten Schlacht-Fohlen auf diversen Auktionen und Märkten, von denen wir heuer immerhin bereits 36 retten und an gute Privat-Plätze vermitteln konnten.“

Animal Spirit engagiert sich auch gegen die Tötungen von Straßenhunden in Rumänien oder die rein auf Profit ausgerichtete agrarindustrielle Massentierhaltung. „Tierschutz gibt es für uns nämlich nicht nur am 4. Oktober, sondern 365 Tage im Jahr, vor allem wenn man täglich mehr als 400 gerettete Tiere auf unseren beiden Gnadenhöfen Hendlberg und Esternberg bestmöglich zu betreuen hat“, betont Franz-Joseph Plank.