Trotz Corona in Italien: Ein Lagebericht aus Jesolo. NÖN-Mitarbeiter Ernst Klement aus Brand-Laaben berichtet über seine Eindrücke im ehemaligen Corona-Hotspot.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 23. August 2020 (03:52)
Niklas Klement, Benni Blamauer und Mika Kammerhofer besuchten mit NÖN-Mitarbeiter Ernst Klement (2. v. l.) Jesolo.
privat

 Jedes Jahr fährt NÖN-Mitarbeiter Ernst Klement nach Jesolo ins Hotel Capri. Die Coronakrise hat die Urlaubspläne allerdings durcheinander gewirbelt. Es wurde überlegt, ob auch ein Urlaub in Zeiten von Covid-19 sicher sei. Noch vor einigen Wochen war schließlich die Grenze zu Italien geschlossen.

Schließlich hat sich Klement doch dazu entschlossen, gemeinsam mit seinem Sohn und dessen vier Freunden für vier Tage nach Jesolo zu fahren. „Bereits an der Grenze war ich überrascht. Keine Polizei war zu sehen“, berichtet der Laabener. Im Hotel war allerdings nichts mehr wie gewohnt.

Es herrschte strikte Maskenpflicht. „Trotzdem hat mich die Chefin sofort erkannt. Sie freut sich über jeden Gast“, so Klement. Jesolo sei ausgebucht, berichtet sie. Zimmer sei keines frei. Italien sei wieder auf den Weg zurück in die Normalität – auch, was den Tourismus betrifft. Im Hotel ist der Buffetbetrieb eingestellt. Jeder bekommt sein Essen serviert, die Tische sind durch Plexiglas abgegrenzt. Auch am Strand wurden die Liegen weit auseinander platziert. „Man merkt, dass jeder bemüht ist, eine Ansteckungsgefahr zu vermeiden. Gerade jetzt, wo für das beliebte Urlaubsland Kroatien eine Reisewarnung vorliegt. In Italien will man das unbedingt verhindern“, sagt Klement.

„Die Touristenhorden bleiben aus“

Der Laabener besuchte auch das nahegelegene Venedig. „Die Stadt war nicht wiederzuerkennen. Die Touristenhorden fehlen. So leer ist Venedig direkt ein Genuss. In jedem Geschäft und Restaurant wird die Körpertemperatur gemessen. So wusste ich den ganzen Tag über meine Körpertemperatur Bescheid“, erzählt der NÖN-Mitarbeiter.

Was betroffen macht, sind allerdings die Erzählungen aus Italien. Klement traft einen Italiener aus dem Corona-Hotspot Bergamo. Dieser erzählte ihm, wie schrecklich die Situation war. So haben Menschen ihre Angehörigen ins Krankenhaus gebracht und Wochen später wurde ihnen die Urne zugestellt.

Trotz Krise und Vorsichtsmaßnahmen hat Klement schöne Urlaubstage in Italien verbracht. Als es wieder zurück nach Österreich ging, wurde an der Grenze Arnoldstein ebenfalls nicht kontrolliert.

„Wir machten noch einen Abstecher nach Velden, das bestens besucht war“, so Klement. Zurück in Brand-Laaben ging es zu Lindenwirtin Gerti Geidel. Auch sie bestätigt: „Seit Wochen sind unsere Ferienzimmer ausgebucht.“