Anzeige nach Jazz-Konzert in Asperhofen. Biohof-Besitzer kontrollierte bei Event 3G-Nachweise nicht. Bürger meldete Fall der Bezirkshauptmannschaft.

Von Kristina Veraszto. Erstellt am 15. September 2021 (04:28)
Die Polizei ermittelt
Symbolbild
APA (Archiv)

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Biobauer Stephan Teix wurde von einem Bürger, der anonym bleiben wollte, angezeigt.
Dietl

Ein besorgter Bürger, der anonym bleiben will, hat Biobauer Stephan Teix bei der Bezirkshauptmannschaft St. Pölten angezeigt. Am 4. September lud der Asperhofener zu einem Jazz-Konzert auf seinen Erlebnishof in Habersdorf ein. Bei der Veranstaltung mit 65 Gästen gab es aber keine Kontrollen der 3G-Nachweise, heißt es aus der Anzeige, die auch der NÖN übermittelt wurde.

„Bei der zitierten Veranstaltung fanden weder 3G-Zutrittskontrollen statt, noch wurden Listen zwecks Contact Tracing aufgelegt“, kritisiert der Anzeigensteller und fügt hinzu: „Es ist anzunehmen, dass sich Herr Teix als Wirt kaum der gegenwärtig geltenden Regelung unterwirft.“

Bezirkshauptmann Josef Kronister bestätigte auf NÖN-Anfrage den Eingang der Anzeige. Der Fall werde jetzt „verwaltungsstrafrechtlich geprüft“. Stephan Teix, der in den nächsten Wochen mehrere Veranstaltungen auf seinem Hof geplant hat, erklärt auf NÖN-Anfrage, dass er an diesem Abend auf die Vernunft seiner Gäste vertraut hat. 3G-Nachweise hat er nicht verlangt. „Die Leute wissen, was sie bei sich haben müssen“, so Teix. Für zusätzliches Personal fehle ihm das Geld und er selbst habe zwischen Küche und Gastraum alle Hände voll zu tun. „Ich kann mir keinen Kontrolleur leisten“, sagt der Biobauer.

„Ich kann mir keinen Kontrolleur leisten.“ Biobauer Stephan Teix

Die anonyme Anzeige hat aber schon Wirkung gezeigt: Am Samstag führte die Polizei bei Teix eine Kontrolle durch, wie der Asperhofener erzählt. Laut Bezirkshauptmann-Stellvertreter Christian Steger hat ein Veranstalter die 3G-Nachweise zu kontrollieren.

Auch das Contact Tracing, also die Kontaktpersonen-Nachverfolgung, muss vom Gastronom ordnungsgemäß durchgeführt werden. Im konkreten Fall, werde man prüfen, ob das passiert ist, betont auch Steger.

BH kündigt strengere Kontrollen an

Seitens der Bezirkshauptmannschaft möchte man generell die Kontrollen der Corona-Maßnahmen verstärken, erklärt Bezirkshauptmann Kronister: „Wir werden die Kontrollen verdichten und prüfen, ob bei Veranstaltungen die Regeln eingehalten werden.“ Bei einem Verstoß gibt es für Betreiber empfindliche Strafen. „Das maximale Strafmaß liegt bei 3.600 Euro“, informiert Steger.

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