Duo geht – Kirchstettens Grüne lösen sich auf

Gerhard Waldschütz (geht nach Südamerika) und Beate Wildthan legen aus privaten Gründen ihre Mandate zurück. Nachfolger gibt es nicht.

Erstellt am 17. November 2021 | 05:44
Keine Nachfolger - Duo geht – Kirchstettens Grüne lösen sich auf
Parteigründer Gerhard Waldschütz (links) wandert nach Südamerika aus.
Foto: Alexander Lukatskiy/Shutterstock.com (Hintergrund) bzw. Gemeinde Kirchstetten

2006 kam Gerhard Waldschütz nach Kirchstetten, 2013 gründete er die Grüne Ortsgruppe, seit 2015 ist er im Gemeinderat. Jetzt ist Schluss: Die Partei wird aufgelöst. Dass die Grünen im Ort nicht einmal zehn Jahre alt werden, hatte der Parteigründer nicht erwartet.

„Die Maßnahmen der Bundesregierung veranlassen uns dazu.“  Gerhard Waldschütz wandert mit der gesamten Familie aus

Gerhard Waldschütz kandidierte 2015 als einziger auf der Liste der Grünen Ortsgruppe bei der Gemeinderatswahl. Er bekam auf Anhieb 8,9 Prozent der Stimmen, von den zwei Mandaten konnte nur eines besetzt werden.

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Parteigründer Gerhard Waldschütz wandert nach Südamerika aus.
Gemeinde Kirchstetten

Bei der Gemeinderatswahl 2020 standen auf der Grünen Liste vier Kandidaten. 9,8 Prozent der Stimmen bedeuteten zwei Mandate: Gerhard Waldschütz zog gemeinsam mit Beate Wildthan in den Gemeinderat ein. Beide hören jetzt auf:

Gerhard Waldschütz wandert mit seiner Familie nach Südamerika aus. „Die Maßnahmen der Bundesregierung veranlassen uns dazu“, sagt Waldschütz, der sich in seiner neuen Heimat der Wiederaufforstung des Regenwaldes widmen wird.

Beate Wildthan übersiedelt ebenfalls. So wurde die Auflösung der Grünen Ortsgruppe Kirchstetten mit 15. November beschlossen. „Es war von Anfang an schwer, Mitstreiter in der Gemeinde zu finden, die auch bereit wären sich im Gemeinderat für die grünen Themen aktiv einzusetzen“, hält der Unternehmer fest. Unterstützer bei der Organisation von Veranstaltungen habe es zwar gegeben, doch offiziell in Erscheinung treten wollte kaum jemand.

Waldschütz dankt allen Gemeinderäten für die gute Zusammenarbeit: „Dass dies nicht selbstverständlich ist, zeigt ein Blick in andere Gemeinden. Ganz besonders möchte ich die beiden Bürgermeister Josef Friedl und Paul Horsak erwähnen, die beide trotz absoluter Mehrheit immer offen allen Parteien gegenüber waren und denen eine parteiübergreifende konstruktive Arbeit im Interesse der Gemeinde wichtig ist.“

Gerhard Waldschütz war zuletzt Umweltgemeinderat und hat etwa an der Planung der Gestaltung der Bahnbegleitanlagen beim neuen Bahnhof mitgearbeitet. Die zwei Mandate der Grünen bleiben jetzt frei.

ÖVP-Bürgermeister Josef Friedl bedauert das Aus der jungen Partei: „Wir verlieren einen Partner, das tut mir wirklich leid. Die Zusammenarbeit war immer gut und konstruktiv.“