Projekt präsentiert: Initiative für neue Schule. Lernbüros und Projektarbeit statt 50-Minuten-Einheiten: Die Pädagogin Manuela Bittgen möchte in Kirchstetten im nächsten September mit neuem Angebot starten.

Von Renate Hinterndorfer. Erstellt am 11. Dezember 2018 (04:03)
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„Wir haben gemerkt, dass das System nicht funktioniert. So wollen wir nicht unterrichten. Es muss anders gehen“, sagt Manuela Bittgen. Die Pädagogin hat gemeinsam mit vier Kolleginnen beschlossen, eine neue Unterrichtsform unter dem Titel „Schule im Aufbruch“ anzubieten. „Wir planen einen Schulversuch für eine Gemeinschaftsschule für Kinder von 10 bis 18 Jahren“, führt Bittgen aus. Vorbild ist die Evangelische Schule Berlin Zentrum.

Manuela Bittgen wünscht sich eine andere Unterrichtsform.
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Am Mittwoch wurde das Projekt Eltern und Gemeindepolitikern präsentiert. „Das Feedback der Eltern war super“, freut sich die Initiatorin: „19 Schüler hätten wir schon, da haben sich die Eltern in die Liste eingetragen.“ Bürgermeister Paul Horsak erklärt nach der Präsentation: „Wir müssen uns das genauer anschauen, ich kann noch nicht viel dazu sagen.“

„Jeder Schüler entscheidet selbst, in welches Lernbüro er geht. Er ist aber verpflichtet, jedes Lernbüro zumindest einmal pro Woche zu besuchen.“

In der geplanten Schule werden in sogenannten Lernbüros am Vormittag die Fächer Mathematik, Deutsch, Englisch, Naturwisschenschaften (Biologie, Chemie, Physik), Geografie, Wirtschaftskunde und Geschichte behandelt. Weiters am Stundenplan: Ethik, Psychologie, bildnerische Erziehung, Werken und ab der Oberstufe eine zweite Fremdsprache. Bittgen: „Jeder Schüler entscheidet selbst, in welches Lernbüro er geht. Er ist aber verpflichtet, jedes Lernbüro zumindest einmal pro Woche zu besuchen.“ Am Nachmittag stehen Sport und Projektarbeit auf dem Programm.

„Da wird zum Beispiel das Thema Plastik fächerübergreifend behandelt, also etwa geschichtlich und von der biologischen und chemischen Seite“, erläutert Manuela Bittgen. Vor dem Unterricht gibt es ein gemeinsames Frühstück, zu Mittag ein gemeinsames Mittagessen und Zeit zum Erholen. Wichtig ist den Pädagogen eine enge Beziehung zu den Schülern.

„Die meisten sind Privatschulen, wir möchten aber eine reguläre öffentliche Schule“

Die „Schule im Aufbruch“ gibt es in Österreich an einigen Standorten, etwa in Pottenbrunn. „Die meisten sind Privatschulen, wir möchten aber eine reguläre öffentliche Schule“, betont Bittgen, die im nächsten September gern mit einer Containerschule in Kirchstetten starten würde: „Das ist ein sportliches Ziel, wir sind hochmotiviert.“ Als nächstes sind Gespräche mit Landesschulrat und Ministerium geplant.