Neulengbachs ÖVP-Vize Heiss tritt mit eigener Liste an. VP-Vizebürgermeister hat genug: Er kandidiert bei der Gemeinderatswahl eigenständig.

Von Renate Hinterndorfer. Erstellt am 17. Dezember 2019 (06:10)
Viele Jahre saßen Bürgermeister Franz Wohlmuth und sein Vize Alois Heiss im Gemeinderat Seite an Seite. Das ist jetzt vorbei.
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In der VP brodelt es seit einiger Zeit, jetzt zieht Alois Heiss die Konsequenzen. Er tritt mit der „Liste Heiss“ zur Wahl am 26. Jänner an. Mit dabei sind auch der erst kürzlich abgetretene Finanzstadtrat Raimund Heiss sowie die Gemeinderäte Ewald Figl und Bernhard Karrer.

„Dürfte also so sein, dass man mich nicht will“

„Es hat sich zugespitzt, ich trage das nicht mehr mit“, sagt Heiss zu den Entwicklungen in der Neulengbacher Volkspartei. Im Sommer 2018 sei er von Franz Wohlmuth gefragt worden, ob er als Bürgermeister-Kandidat zur Verfügung stehe. Nach kurzem Nachdenken sagte er zu. Rund um den Jahreswechsel 2018/2019 habe die Ablöse stattfinden sollen. „Im Jänner hat es dann geheißen, dass es auch andere Kandidaten gibt“, erzählt der Politiker.

Wie berichtet sind das die Stadträte Maria Rigler und Gerhard Schabschneider. Man verständigte sich darauf, ein Hearing durchzuführen. Danach wurde unter den VP-Stadt- und Gemeinderäten eine geheime Wahl durchgeführt: 9 Stimmen entfielen auf Alois Heiss, 6 auf Maria Rigler, 3 auf Gerhard Schabschneider. Es folgte ein zweiter Wahldurchgang. Ergebnis: 10 Stimmen für Heiss, 6 für Rigler, 2 ungültig. Auch bei einer Umfrage der Landespartei schnitt Heiss gut ab.

Im Stadtparteivorstand einigte man sich trotzdem nicht auf Alois Heiss als Spitzenkandidat, sondern sprach sich für eine Direktwahl des Ortschefs aus: „Alle drei sollten um Stimmen laufen, wer die meisten Stimmen hat, wird Bürgermeister“, schildert Heiss. Das sei für ihn in Ordnung gewesen.

Im November erklärte allerdings Franz Wohlmuth in der Stadtparteivorstandssitzung überraschend, dass er doch noch einmal zur Wahl antritt. „Bei der nächsten Sitzung im Dezember wurde dann plötzlich diskutiert, dass Maria Rigler Platz 2 auf der Liste einnimmt und nicht ich“, berichtet Alois Heiss weiter. Er hat daraufhin die Sitzung verlassen. Auf einen Anruf seiner Parteikollegen wartete er vergeblich: „Also dürfte es so sein, dass man mich nicht will.“

Und nachdem man ihm den Posten des Vizebürgermeisters streitig gemacht habe stand für ihn fest, dass er eine eigene, unparteiische Liste gründet. Er nahm sich ein paar Tage Urlaub, um alles für seinen Neuanfang vorzubereiten. „Die Zeit ist natürlich knapp, und es ist schwierig, aber ich habe innerhalb von einer Woche eine Riesenliste mit über 50 Personen aufgestellt.“ Auch ein Wahlprogramm gibt es schon: „Ich bin ja kein Neuer, ich weiß, wo man etwas tun kann“, schmunzelt der 52-jährige Betriebswirt.

Umfrage beendet

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