Erstellt am 13. März 2018, 04:38

von Renate Hinterndorfer

Ein heikles Thema. Renate Hinterndorfer über den Umgang mit der Vergangenheit.

„Man kann sich nicht vorstellen, was sich damals abgespielt hat“, sagt ein Neulengbacher zum politischen Umbruch vor genau 80 Jahren. Der 1938 Geborene hat von seinen Eltern und Großeltern viel über die damaligen Geschehnisse erfahren. An die Öffentlichkeit sollen diese Dinge nicht. Weil es noch zu viele Zeitzeugen oder zumindest Angehörige gibt, so das Argument.

Auch Historikerin Hedi Fohringer und Walter Kautz vom Verein für die Geschichte von Neulengbach haben die Erfahrung gemacht, dass um dieses dunkle Kapitel der Geschichte lieber der Mantel des Schweigens gehüllt wird. Das ist einerseits verständlich, denn wer will schon den Namen seiner Familie im Zusammenhang mit Nazi-Aktivitäten lesen oder hören.

Andererseits: Niemand ist verantwortlich für die Taten oder Untaten seiner Vorfahren. Und es geht ja nicht darum, 80 Jahre später jemanden an den Pranger zu stellen. Es geht darum, die Geschichte nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Auch wenn – oder gerade weil – es eine unvorstellbare Geschichte ist.