Kampf um Apotheke. Medikamentenversorgung / Die Meinungen, ob eine Hausapotheke oder eine öffentliche besser ist, gehen auseinander.

Von Renate Hinterndorfer. Erstellt am 08. September 2014 (10:25)
NOEN, BilderBox

LAABENTAL / Der Altlengbacher Arzt Günter Malli kämpft wie berichtet um den Erhalt seiner Hausapotheke. Wenn im geplanten Gemeindezentrum wie vorgesehen eine neue Apotheke eingerichtet wird, würde das bedeuten, dass der Mediziner seine Hausapotheke verliert.

In der Causa Hausapotheken meldet sich auch Wolfgang Geppert, Sprecher des Österreichischen Hausärzteverbandes zu Wort: Er weist darauf hin, dass in den vergangenen 14 Monaten die Zahl der ärztlichen Hausapotheken von 876 auf 854 gesunken ist.  „Damit werden wieder einige Landarztstellen für die Übernahme durch Jungkollegen völlig unattraktiv. Trotz aller anderswertigen Behauptungen führt dieser Kahlschlag auch zu einer Verschlechterung der Medikamentenversorgung in den betroffenen Regionen.“

Die Zahlen müssten bei den Verantwortlichen die Alarmglocken schrillen lassen, betont Geppert. Und: „Jede einzelne Bedrohung der derzeit noch 247 niederösterreichischen Hausapotheken kann nicht über die Tatsache hinwegtäuschen, dass nur eine bundesweite Änderung des Apothekengesetzes Abhilfe schaffen kann. Auch bei noch so großem Einsatz von NÖ Landespolitikern können sie im Einzelfall zur Rettung von bedrohten Hausapotheken nichts beitragen.“

Der Wechsel an der Spitze des Gesundheitsministeriums lasse die Hoffnung auf Novellierung des Apothekengesetzes wieder aufleben, so Wolfgang Geppert.

Während der Altlengbacher Bürgermeister in einer öffentlichen Apotheke eine Verbesserung der Versorgung für die Bevölkerung sieht, steht der Innermanzinger Ortschef Ernst Hochgerner einer öffentlichen Apotheke kritisch gegenüber: „Wir haben in Innermanzing einen Wahlarzt. Viele unserer Leute gehen nach Altlengbach zum Arzt, weil sie dort nichts zahlen. Wenn man ein Rezept verschrieben bekommt, dann ist es doch angenehm, wenn man das Medikament gleich vom Arzt mitnehmen kann. Ich verstehe nicht, warum man unbedingt eine öffentliche Apotheke machen will.“

Zweifel an  Wirtschaftlichkeit

 

Hochgerner kann sich auch nicht vorstellen, dass sich eine öffentliche Apotheke in einer kleinen Gemeinde wie Altlengbach rechnen kann: „Kann das das große Geschäft sein?“