Region Wienerwald: „Die Preise sind schon knackig“. Region Wienerwald ist als Wohngebiet wegen guter Infrastruktur gefragt. Grundstückspreise steigen.

Von Renate Hinterndorfer und Kristina Veraszto. Erstellt am 21. Juli 2021 (04:00)
Wohnbau
Symbolbild
shutterstock.com

190 bis 200 Euro pro Quadratmeter kann ein Grundstück im Raum Neulengbach schon kosten. In Eichgraben sind die Preise noch höher. Da kostet ein Baugrund fast 300 Euro pro Quadratmeter. „Das ist schon knackig. Bei guten Lagen geht es drüber“, sagt Bürgermeister Georg Ockermüller. Seit Ende 2019 hätten sich die Preise fast verdoppelt. Die Gemeinde bemüht sich auf dem Wohnbausektor um eine Regulierung. Der Ort ist ohnehin sehr verbaut, es soll nur kontrolliertes und sanftes Wachstum geben, sonst käme man mit der Infrastruktur nicht nach: „Wir haben acht Kindergartengruppen und jetzt schon Wartelisten. Sechs, sieben Millionen für einen Kindergarten? Das schaffen wir nicht als reine Wohngemeinde“, betont Ockermüller.

Baugründe NÖ
OGM

Die Region Wienerwald ist als Wohngegend sehr beliebt, was vor allem auf die gute Infrastruktur zurückgeführt wird.

In der Stadtgemeinde Neulengbach ist die Verfügbarkeit an Grundstücken begrenzt. Wobei die Preise stark variieren: „In Ollersbach haben wir Grundstückspreise von 80 oder 90 Euro pro Quadratmeter, in Zentrumsnähe oder in der Höhenstraße kommen wir auf bis zu 200 Euro“, weiß Bürgermeister Franz Wohlmuth. Bei Grundstücken, die in den vergangenen Jahren umgewidmet wurden, kommt die Baulandmobilisierung zum Tragen: „Binnen fünf Jahren muss man das Grundstück verwerten oder es erfolgt eine Rückwidmung oder die Gemeinde kann das Grundstück kaufen“, erläutert der Bürgermeister. Das Problem seien Widmungen, die zwischen 1970 und 2000 erfolgt sind, so Wohlmuth. Es gibt keinen Bauzwang, die Grundeigentümer behalten sich oft die Flächen. So kommen viele Grundstücke nicht auf den Markt.

 

Als Wohnort ist auch Maria Anzbach gefragt: „Es gibt viele Anfragen, und es werden auch viele Einfamilienhäuser gebaut“, informiert Bürgermeisterin Karin Winter. Das Problem seien aber die Preise, die in den vergangenen Jahren explodiert seien. Von 140 Euro aufwärts ist da die Rede pro Quadratmeter. Genossenschaften würden viel Geld für Grundstücke zahlen, das treibe die Preise in die Höhe. „Wir haben derzeit eine Bausperre und sind dabei, für die Zukunft etwas zu ändern. Wir drehen an verschiedenen Schrauben“, so Karin Winter. Denn die Gemeinde wolle klein und fein bleiben. Eine „ganz starke Nachfrage“ nach Grundstücken stellt Bürgermeister Josef Friedl auch in Kirchstetten fest: „Es könnten mehr Grundstücke auf dem Markt sein.“ Das Problem sind auch hier die alten Widmungen.

„Wir haben derzeit eine Bausperre und sind dabei, für die Zukunft etwas zu ändern. Wir drehen an verschiedenen Schrauben“

„Wir haben schon aktiv Leute angesprochen, ob sie Bauplätze verkaufen, aber wenn sie das Geld nicht brauchen, behalten sie die Flächen.“ Auch in Kirchstetten sind die Quadratmeterpreise stark gestiegen: Von 40 Euro vor 20 Jahren sind sie auf 70 bis 100 Euro geklettert.

In Asperhofen wird fleißig gebaut. Die Gründe hinter der Volksschule sind zur Hälfte bebaut und in der jüngsten Gemeinderatssitzung kam es zu Bauland-Widmungen in Wimmersdorf, berichtet Bürgermeisterin Katharina Wolk: „Wir wollen, dass die Jungen im Ort bleiben können.“

Die Laabental-Gemeinden überzeugen mit guter Infrastruktur. „Die Autobahnanbindung nach Wien und St. Pölten ist sicher ein Grund. Grundstücke, die verfügbar werden, sind relativ schnell vergriffen“, sagt Neustift-Innermanzings Bürgermeisterin Irmgard Schibich. In Altlengbach hat die Gemeinde im Ortsteil Nest Bauland-Reserven. Ein schneller Verkauf ist nicht geplant. „Wir werden schauen, was kommt. Entscheiden wird es der Gemeinderat“, sagt Ortschef Michael Göschelbauer.

Umfrage beendet

  • Wie viel würdet ihr für einen Quadratmeter Bauland ausgeben?