Pub „Caligo“ in Eichgraben ist nun Geschichte. Überraschend hat Michi Rauch sein Pub in Eichgraben geschlossen.

Von Andrea Stoiser. Erstellt am 07. Oktober 2020 (04:25)
Michael Rauch hat viel Energie in sein Lokal gesteckt. Jetzt sind ihm die Probleme zuviel geworden und er hat schweren Herzens den Beschluss gefasst, zuzusperren.
Stoiser

„Ich wende mich heute mit einer sehr traurigen Nachricht an euch. Unser Caligo bleibt mit dem heutigen Tag geschlossen!“ Mit dieser Nachricht wandte sich der junge Altlengbacher Gastronom Michi Rauch am 1. Oktober via Facebook überraschend an seine Stammgäste, Freunde und Familie. „Ich sehe leider keine Möglichkeit, den Winter mit den momentanen Auflagen wirtschaftlich zu überstehen. Weiters kommen Probleme mit Nachbarn, Behörden, Polizei und sogar Gästen erschwerend hinzu. Diese Entscheidung war die schwerste, die ich in meinem bisherigen Leben treffen musste“, fasst Michi Rauch das erste Kapitel in seiner beruflichen Karriere zusammen.

Unter dem Namen „Smokies“ eröffnete er im Frühjahr 2015 mit großartiger Unterstützung seiner Familie das Pub im Herzen von Eichgraben. Nach einem hervorragenden Start galt es knapp vor dem ersten Geburtstag des Lokals auch die erste Hürde zu meistern - aus Patentgründen musste er den Namen aufgeben: Das „Smokies“ wurde in „Caligo“ umbenannt.

„Genug ist genug.“ Christine Sassmann-Rauch, die Mutter des Lokalbetreibers, über Anzeigen und sonstige Probleme

Auch die ständigen Gesetzesänderungen waren fordernd. Nach dem totalen Aus für Raucherlokale mussten die Raucher im Freien ihrer Leidenschaft nachkommen. Dies wiederum gestaltete sich in der zweiten Nachthälfte etwas schwierig, da der Gastgarten um Mitternacht geschlossen werden musste. „Es war eine Herausforderung, die wir aber mit Unterstützung der Gäste ganz gut gemeistert haben“, so Rauch. Für die Nachbarn aber offenbar zu wenig - trotz ständiger Anzeigen gab Michi Rauch nicht auf. Gemeinsam mit seinen Gästen setzte er alles daran, dass alle Auflagen penibel eingehalten werden.

Obwohl der Lokalbetrieb mit Pacht, Personalkosten, Investitionen und schwieriger Umgebung eine immerwährende Herausforderung war, schien es heuer im Frühjahr so, als wäre das Schlimmste überstanden. Dann kam Corona. Nach dem Lockdown ging es im Sommer wieder bergauf. Aber trotz der Einhaltung der Maßnahmen hagelte es immer wieder Anzeigen. „Genug ist genug! Wir haben das Caligo mit Herzblut betrieben, aber es gibt eine Grenze des Machbaren“, bedauert auch Mutter Christine Sassmann-Rauch die Schließung des Lokals. Mit dem Caligo verbinden die Stammgäste und auch jene, die sporadisch dort waren, viele tolle Erinnerungen.

Live-Konzerte und Karaoke-Abende

Live-Konzerte und Karaoke-Abende, die Fußball-EM, die jährlichen Geburtstagsfeiern, Sommerfeste und Halloween-Partys sind nur einige Highlights der letzten Jahre. Was das Caligo noch auszeichnete, war, dass man Jung und Alt gleichermaßen antraf. Michi Rauch und sein Team waren nicht nur Servicepersonal für die Gäste – alle zusammen waren wie eine Familie. „Ich möchte mich bei allen treuen Gästen, die fünfeinhalb Jahre lang zu uns gekommen sind, von ganzem Herzen bedanken! Ohne euch wäre ich niemals so weit gekommen“, dankt Michi Rauch seinen Stammgästen.

Ihm ist bewusst, dass einige seine Entscheidung nicht verstehen können. Auf Facebook erntet er aber viele Dankesworte und noch mehr Zuspruch für seine berufliche Zukunft. „Das Caligo war der erste große Meilenstein in meinem Berufsleben und sicher nicht der letzte. Wenn wieder bessere Zeiten auf uns zukommen wird es wahrscheinlich ein Wiedersehen in einem neuen Lokal geben! Bis dahin, bleibt gesund und vielen Dank an alle, die das Caligo zu dem gemacht haben, was es war. Ich werde euch nie vergessen“, blickt Michi Rauch positiv in die Zukunft.

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