Prozess um Beziehung von Innermanzingerin: Unmut wegen Strafmaß

Erstellt am 19. Juni 2022 | 04:58
Lesezeit: 2 Min
440_0008_8351699_gerichtssaal_jpg.jpg
Der Angeklagte wurde zu zweieinhalb Jahren Haft und Kostenersatz verurteilt. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.
Foto: Archiv
Gewaltbereiter 36-Jähriger bleibt vorerst hinter Gittern. Die Staatsanwältin und sein Verteidiger legten Berufung ein.
Werbung

Seine – nach eigenen Angaben – „toxische Beziehung“ mit einer Innermanzingerin brachte einen 36-Jährigen vor Gericht. Er musste sich unter anderem wegen Nötigung, Sachbeschädigung, gefährlicher Drohung und Verletzung der sexuellen Selbstbestimmung verantworten.

Tante: „Sie kann sehr bösartig und aggressiv sein“

Beim ersten Gerichtstermin im April hatte er seine Ex-Partnerin als eifersüchtige und labile Person beschrieben.

In der fortgesetzten Verhandlung streute ihre Tante jetzt ebenfalls Zweifel am Charakter und Lebenswandel ihrer Nichte. „Sie kann sehr bösartig und aggressiv sein“, erzählte sie.

„Seine Gewaltbereitschaft ist durch seine Vorstrafen ersichtlich.“ Die Staatsanwältin über den Angeklagten

Das neue Gutachten eines Sachverständigen ergab jedoch, dass die Verletzungen mit der Erzählung des Opfers übereinstimmen: Ihre Prellungen und Hämatome stammten vermutlich von einem Stoß gegen einen Kasten.

Trotzdem blieb der Angeklagte bei seiner Aussage, nur für die Sachbeschädigung verantwortlich zu sein. „Ich war ihr gegenüber nie gewalttätig“, wiederholte er. Sein Verteidiger stützte ihn: Es sei schwierig festzustellen, was hinter verschlossenen Türen zwischen den beiden stattgefunden habe.

„Seine Gewaltbereitschaft ist durch seine Vorstrafen ersichtlich“, war hingegen die Staatsanwältin überzeugt. Sie und die Richterin hielten die Schilderungen der Ex-Partnerin für glaubwürdig. Außerdem seien ihre Verletzungen durch ihre Krankengeschichte, Fotos und die Beobachtung ihrer Tante belegt.

Daher sprach die Richterin den Angeklagten schuldig. Erschwerend kämen nicht nur seine vielen Vorstrafen hinzu, sondern auch sein schneller Rückfall. Wegen ähnlicher Vorfälle war er erst wenige Monate zuvor aus dem Gefängnis entlassen worden. Sie verurteilte den 36-Jährigen in erster Instanz zu zweieinhalb Jahren Haft und Kostenersatz. Staatsanwältin als Verteidiger legten dagegen Berufung ein.

Werbung