Attacken mit Gartenhacke: Prozess am 30. September . Nach Attacken mit einer Gartenhacke auf wahllos ausgesuchte Opfer am 1. Mai in Maria Anzbach (Bezirk St. Pölten-Land) hat die Staatsanwaltschaft St. Pölten die Einweisung in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher beantragt.

Von Redaktion, APA. Erstellt am 08. August 2019 (11:49)
NOEN, Hinterndorfer
St. Pöltener Gericht

Der 20-Jährige war laut Gutachten zum Tatzeitpunkt nicht zurechnungsfähig, sagte Sprecher Leopold Bien auf Anfrage. Der Prozess findet am 30. September statt.

Wäre der Mann zurechnungsfähig und damit schuldfähig gewesen, müsste er sich wegen versuchten Mordes verantworten. Der 20-Jährige leidet dem psychiatrisch-neurologischen Sachverständigen zufolge an einer Störung durch Cannabinoide. Kausal für die Taten war laut Gutachten eine drogeninduzierte Psychose, teilte der Sprecher der Staatsanwaltschaft am Donnerstag mit. Im Blut des Studenten wurden THC und Kokain gefunden. Durch den Drogenmissbrauch des Mannes seien auch künftig ähnliche Taten zu befürchten, wodurch eine Gefährlichkeit für die Zukunft begründet sei. Die Geschworenenverhandlung um den Unterbringungsantrag findet am 30. September am Landesgericht St. Pölten statt, wie auch "Heute" berichtete.

Der 20-Jährige soll am Staatsfeiertag zunächst einen Radfahrer mit einem Auto gerammt und Fahrerflucht begangen haben. Der 47-Jährige wurde mit Blessuren ins Spital gebracht. Nachdem der Student den Pkw auf einem Feldweg zurückgelassen hatte, soll er ein auf der Terrasse eines Vorgartens sitzendes Ehepaar, eine 71-jährige Frau und ihren um ein Jahr älteren Mann, mit einer Gartenhacke angegriffen und verletzt haben. Zwei Frauen am Nachbargrundstück konnten sich noch rechtzeitig in Sicherheit bringen. Daraufhin soll der junge Mann eine weitere 71-Jährige mit der Gartenhacke attackiert und verletzt haben. Den wahllos ausgesuchten Opfern wurde gegen bzw. auf den Kopf geschlagen.

Im Zuge einer Großfahndung, an der auch Diensthundestreifen, ein Hubschrauber des Innenministeriums und das Einsatzkommando Cobra beteiligt waren, wurde der 20-Jährige am 1. Mai am Nachmittag festgenommen. Er befindet sich in vorläufiger Anhaltung.