Blick in die Ortsgeschichte: Topothek entsteht. Fotos, Bilder und Tonträger werden gesammelt, eingescannt und so für die Nachwelt erhalten.

Von Eduard Riedl. Erstellt am 22. Juli 2017 (05:26)
Hannes Koller aus Unter-Oberndorf ist federführend bei der Errichtung der Topothek.
NOEN, Riedl

„Die Geschichte unseres Ortes soll nicht in Vergessenheit geraten“, sagt Hannes Koller. Er präsentierte in der Gemeinderatsitzung die Topothek. Ein Team von lokalhistorisch interessierten Gemeindebürgern beschäftigt sich seit einigen Monaten intensiv mit der zeitgemäßen Dokumentation der Ortsgeschichte.

Der Gemeindevorstand hat den einstimmigen Beschluss gefasst, eine Topothek zu gründen. Die Einrichtungskosten am PC von 415 Euro und die laufenden Kosten von 570 Euro jährlich übernimmt die Gemeinde.

Die Bevölkerung wird um die Bereitstellung von Fotos, Dias, Bildern, Dokumenten und Tonträgern ersucht, um historisches Material zu digitalisieren und für jedermann online sichtbar zu machen. Die Originale sowie die Urheberrechte verbleiben bei den Besitzern.

Federführend für das Zustandekommen der Topothek ist Hannes Koller aus Unter-Oberndorf. „Für mein Modellbahnhobby suchte ich schon vor Jahren alte Fotos von der Eisenbahn im Gemeindegebiet von Maria Anzbach, was sich als recht schwieriges Unterfangen entpuppte. Viele Leute erklärten mir, dass sie schon etliche Fotos verloren, verlegt oder weggeschmissen hätten.“

Die Befürchtung, dass das auch für weitere interessante Fotos zutrifft, aber auch die Anzbacher Spurensuche hat dann dazu geführt, dass sich 2011 eine Gruppe gefunden hat, die sich um alte Fotos bemüht hat. Koller: „Wir haben begonnen die Fotos zu scannen und zu speichern. Unser Problem war aber die Beschlagwortung der Bilder. Auf dem Landesarchivtag vor zwei Jahren habe ich von der Topothek erfahren. Wir hatten damals aber noch rechtliche Bedenken, diese wurden aber beim Landesarchivtag 2016 ausgeräumt und so sind wir dann an die Gemeinde herangetreten um die Topothek ins Leben zu rufen.“

Das Ziel von Hannes Koller ist alle Gemeinderäte und Bürgermeister seit 1850 namentlich zu archivieren: „Wir haben schon damit begonnen, die Sitzungsprotokolle lesbar zu machen und zu scannen.“ Einige hundert Fotos wurden bereits digitalisiert.

Am 3. September wird im Gemeindezentrum im Rahmen einer Eröffnungsveranstaltung die Topothek Maria Anzbach freigeschaltet und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Das Topothek-Team besteht zur Zeit aus sieben Personen: Hannes Koller, Erika Altenburger, Ingeborg Hendy, Martina Hinterwallner, Erwin Hubauer, Werner Kuhn und Bernhard Wurst.