Bürger kämpfen um Haltestellen. Schließung der Bahnstationen Unter-Oberndorf und Hofstatt wird befürchtet. Laut ÖBB gibt‘s derzeit keinen Beschluss.

Von Renate Hinterndorfer und Eduard Riedl. Erstellt am 27. November 2018 (04:26)
Etwa 85 Personen versammelten sich am Samstag in der ÖBB-Haltestelle in Unter-Oberndorf, um für die Erhaltung der Stationen ein Zeichen zu setzen.
Eduard Riedl

Eine Unterschriftenliste ist derzeit in Maria Anzbach im Umlauf. Die Bürger befürchten eine Schließung der ÖBB-Stationen Unter-Oberndorf und Hofstatt und eine Verkürzung der Streckenführung der S50 nur mehr bis Rekawinkel. Rund 85 Personen versammelten sich am Samstag am Bahnsteig Unter-Oberndorf. Sprecherin Gabriele Blanda informierte über den Stand der Dinge.

Die Bürgerinitiative „Aktionskomitee unsere Westbahn, unsere Busse, Initiative Maria Anzbach“ bittet die Marktgemeinde Maria Anzbach, das Land Niederösterreich und die ÖBB, alles zu unternehmen, um den Erhalt der Bahnstationen Unter Oberndorf und Hofstatt zu sichern.

„Wir raufen seit 20 Jahren mit dem Problem.“ Vizebürgermeister Helmut Peter

Argument: „Die Haltestellen sind für die Bevölkerung überaus wichtig, ohne diese können Kinder und Jugendliche, Senioren, Personen mit körperlichen Einschränkungen sowie Personen ohne eigenem Fahrzeug Unter-Oberndorf und Hofstatt nicht mehr selbstständig verlassen.“ Für viele Familien mit Kindern sei die gute Anbindung durch die Bahn einer der Hauptgründe gewesen, sich hier niederzulassen. Die Bürgerinitiative fordert außerdem die Fortführung der S50 bis mindestens Neulengbach und einen 30-Minutentakt.

Bürgermeisterin Karin Winter hat einen Brief an die Haushalte geschickt, in dem sie Verständnis für die Verärgerung in der Bevölkerung zeigt. Sie verweist aber darauf, dass die Entscheidung über Schließungen ausschließlich von ÖBB und Land getroffen werden.

„Wir kämpfen seit 20 Jahren um den Erhalt unserer Haltestellen“, hält Winter fest. Nun seien aber wesentliche Änderungen eingetreten: Haltestellen an der „alten Westbahnstrecke“ würden für die modernen Zuggarnituren und die dafür geltenden Normen umgebaut.

„Die Erneuerung eines Bahnsteigs auf einer Seite verursacht Kosten von bis zu einer Million Euro“, so Winter. Weiters seien die ÖBB aufgefordert worden, aus wirtschaftlichen Gründen Haltestellen mit einer Frequenz von unter 80 Ein- und Ausstiegen pro Tag zu schließen. In Unter-Oberndorf steigen 35 Personen pro Tag ein und aus, in Hofstatt 15.

Karin Winter hält es daher für möglich, dass eine Schließung der beiden Haltestellen auf Dauer nicht auszuschließen ist.

„Wir werden tun, was wir können, um das zu verhindern“

„Wir raufen seit 20 Jahren mit dem Problem, wir haben viele Gespräche mit allen Beteiligten geführt“, sagt Vizbürgermeister Helmut Peter. Man habe den Eindruck, dass seitens Bund und Land der Wunsch stark sei, die zwei Haltestellen zu schließen. „Wir werden tun, was wir können, um das zu verhindern“, gibt sich Peter kämpferisch. Dass die Frequenz niedrig ist führt Helmut Peter auf die schlechte Anbindung an schnellere Züge zurück. „Es gibt ein paar hundert Leute, die zu Recht sagen, wenn das Angebot attraktiver wäre, würden mehr Leute einsteigen.“

Pressesprecher Christopfer Seif erklärt auf Anfrage der NÖN, dass derzeit kein Beschluss zur Auflassung der Verkehrsstationen Unter-Oberndorf und Hofstatt vorliegt. Die „innere Weststrecke“ sei eine wichtige Bahnstrecke, insbesondere für den Nah- und Regionalverkehr im Großraum Wien-St. Pölten. „Was die Erhaltung der Bahnhaltestelle Unter-Oberndorf anbelangt, so wird diese Frage vor allem in Zusammenhang mit dem künftigen Fahrplanangebot zu sehen sein.“ Abstimmungen zur Weiterentwicklung des Fahrplanangebotes laufen derzeit.

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