Laura Edmunds-Schöny teilt Erinnerungen an „Cats“. Unter-Oberndorferin Laura Edmunds-Schöny spielte 1983 die Cassandra in dem weltberühmten Musical. Sie denkt gern zurück: „Es war eine schöne Zeit.“

Von Eduard Riedl. Erstellt am 24. Januar 2020 (03:18)
Laura Edmunds-Schöny erinnert sich gern an ihre Zeit als Darstellerin in „Cats“.
Riedl

Das Musical „Cats“ ist wieder in aller Munde, wird es doch derzeit im Wiener Ronacher aufgeführt. Die deutschsprachige Erstaufführung begeisterte von 1983 bis 1990 die Besucher in Wien.

Die gebürtige Engländerin Laura Edmunds-Schöny spielte früher die weiße Katze Cassandra. Im Dorfcafé in Maria Anzbach schwelgte sie im NÖN-Gespräch in Erinnerungen.

„Peter Weck war für uns wie ein Vater. Er war immer gut drauf.“ Laura Edmunds-Schöny erinnert sich an die Arbeit mit dem Intendanten.

Laura Edmunds absolvierte in England die Ausbildung für Tanz, Gesang und Musical. 1977 bekam sie im Landestheater Innsbruck ihr erstes Engagement als Ballettänzerin in Österreich. Einige Jahre später wechselte sie an das Theater an der Wien, wo sie in der Operette „Die lustige Witwe“ zu sehen war.

„Meine Vorliebe galt damals schon dem Musiktheater“, erzählt die Künstlerin. Es folgten Auftritte in Evita oder „Jesus Christ Superstar“. Und dann kam Cats. Im Sommer 1983 begannen die Proben im Kolpinghaus. „Ich erinnere mich noch, wie unsicher wir waren, ob das Musical ankommen wird. Und dann war bei der ersten Aufführung vor Publikum der Applaus so lange, dass wir nicht wussten, ob wir stehen bleiben oder abgehen sollen. Es war von der ersten Vorstellung an ein riesiger Erfolg“, schwärmt Laura Edmunds-Schöny.

Im „Theater an der Wien“ fand am 24. September 1983 die erste deutschsprachige Aufführung des weltberühmten Musicals „Cats“ statt. Über 2,3 Millionen Besucher kamen zu insgesamt 2.040 Vorstellungen. Intendant Peter Weck wagte die Übersetzung, nachdem Cats 1981 in London uraufgeführt wurde.

Das Musical von Sir Andrew Lloyd Webber mit Texten von T. S. Eliot zählt zu den erfolgreichsten Stücken aller Zeiten, weltweit sahen 65 Millionen Menschen die besonderen Katzen. Die Besetzung der deutschen Erstaufführung war prominent: Angelika Milster, Steve Barton, Ute Lemper und Joachim Kenner.

1988 übersiedelte die Produktion ins renovierte „Ronacher“ und wurde dort bis 1990 gespielt.

Der Aufwand war gewaltig: Jeder der 33 Darsteller wurde pro Vorstellung eineinhalb Stunden geschminkt. 124 Kostüme und 91 Perücken wurden benötigt.

„Die Wiener Fassung aus 1983 wurde auch hinter dem Eisernen Vorhang in Moskau und Ost-Berlin gezeigt. Wir waren die Botschafter von Wien, worauf wir damals sehr stolz waren“, erinnert sich die Tänzerin. Die Akteure seien eine große Familie gewesen: „Es war wirklich ein kollegiales Ensemble. Jeder hat dem anderen geholfen oder ist auch eingesprungen. Es war eine schöne Zeit. Es haben sich Freundschaften gebildet. Wir treffen uns heute noch zu einem Austausch. Peter Weck war für uns wie ein Vater. Er war immer gut drauf.“

Laura Edmunds-Schöny war jetzt mit einer Kollegin bei der Premierenfeier der neuen Aufführung in Wien. „Wir haben Peter Weck begrüßt und er kannte uns nach so langer Zeit sofort wieder beim Namen.“

„Wir haben Peter Weck begrüßt und er kannte uns nach so langer Zeit sofort wieder beim Namen.“

Nach Cats kam das „Phantom der Oper“, wo Laura Edmunds zuerst als Tänzerin engagiert wurde. Später war sie Assistentin der Produktionsleitung. „Ich bin übrigens sehr abergläubisch. Beim ‚Phantom der Oper‘ saß ich nie unter dem schwingenden Luster“, sagt sie.

Die Musical-Darstellerin wohnt jetzt in Unter-Oberndorf. 1995 hat sie im Stadtsaal in Neulengbach ihre Tanzschule eröffnet, wo sie Kindern tanzen lernte. Seit 2014 ist sie bei Julia Vogl im Tanzzentrum in Neulengbach und unterrichtet Erwachsene. „Ich freue mich, dass ich heute das zurückgeben kann, was ich Gutes erfahren habe.“