Neulengbach kämpft um Verbesserungen bei Gesundheitsversorgung

Erstellt am 29. Juni 2022 | 05:46
Lesezeit: 3 Min
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„Wir müssen den Druck erhöhen“, steht für Bürgermeister Jürgen Rummel fest.
Foto: Archiv
Zusätzliche Planstellen im Hausarzt- und Facharztbereich sowie Primärversorgungsstelle sind der Wunsch.
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Eine Resolution zur Sicherstellung der Gesundheitsversorgung in der Stadtgemeinde Neulengbach wurde in der letzten Gemeinderatssitzung vor der Sommerpause beschlossen. „Wir müssen den Druck erhöhen“, betonte Jürgen Rummel einmal mehr. Alle Parteien tragen die Resolution mit.

Wie berichtet geht Herbert Fohringer mit 1. Juli in Pension. Für die freie Kassenstelle für Allgemeinmedizin gibt es eine Bewerberin. Frühestens im Oktober werden wieder alle drei Kassenstellen besetzt sein.

„Für unsere Region wird eine zusätzliche Planstelle erforderlich sein.“ Jürgen Rummel

In Neulengbach wünscht man sich aber nicht nur so rasch wie möglich die Nachbesetzung der dritten Kassenstelle, sondern eine Aufstockung auf vier Stellen. Die drei Planstellen gibt es seit rund 30 Jahren. Damals hatte Neulengbach 6.000 Einwohner, jetzt sind es fast 9.000.

„Für unsere Region wird eine zusätzliche Planstelle erforderlich sein“, so Jürgen Rummel. Er kann sich ein Primärversorgungszentrum für Neulengbach vorstellen und denkt da an das ehemalige Blindenheim Harmonie in Unterdambach: „Da steht eine Fläche von 28.000 Quadratmetern zur Verfügung – mit der Widmung für den Bereich Gesundheit.“

Für neue Ärzte könne eine Primärversorgungsstelle attraktiv sein, ist Vizebürgermeister Paul Mühlbauer von den Grünen überzeugt: „Aber für etablierte Ärzte ist es schwierig.“

„Wenn wir 400.000 Euro für den GVU haben, dann sollten wir auch Geld für die Gesundheitsversorgung haben.“ Stadtrat Alois Heiss

Stadtrat Alois Heiss von der Liste Heiss hofft, dass die Bewerberin für die dritte Kassenstelle nicht noch abspringt. „Wenn die Planstelle nicht besetzt wird, wird das auf die Gemeinde zurückfallen“, befürchtet Heiss. Er erwartet sich etwas mehr Engagement von Gemeindeseite. Man müsse Geld in die Hand nehmen: „Wenn wir 400.000 Euro für den GVU haben, dann sollten wir auch Geld für die Gesundheitsversorgung haben.“

Dringenden Handlungsbedarf sieht man auch in der SPÖ-Fraktion. Gemeinderat Mario Drapela hat bereits Gespräche mit Verantwortlichen des Gesundheitssystems geführt: „Es ist nicht einfach, es wird in so viele Richtungen gezogen.“ Man müsse alles unternehmen, um das jetzige System zu verändern, betonte der SPÖ-Mandatar: „Wir haben keinen Ärztemangel, aber einen Mangel an Ärzten, zu denen man mit der allgemeinen Sozialversicherung hingehen kann.“

Am Tag nach der Sitzung fand im Rathaus ein Ärztegipfel mit acht Ärzten aus Neulengbach sowie Vertretern von Gesundheitskasse und Land statt. Dabei ging es vor allem um das Thema Primärversorgungszentrum.

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