„Mein Ziel ist Olympia“. Andreas Gstöttner aus St. Christophen befasst sich seit acht Jahren mit dem Bogensport. Er ist österreichischer Meister und hat noch einige große Pläne.

Von Christine Hell. Erstellt am 17. April 2014 (07:00)
Der St. Christophener Andreas Gstöttner trainiert im »Team Rio« und bereitet sich intensiv auf die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro vor.
NOEN, Foto: Christine Hell

ST. CHRISTOPHEN / Anfang März kam der St. Christophener Andreas Gstöttner als bester Österreicher von der Weltmeisterschaft in Nimes, Frankreich, nach Hause. „Das war meine erste Teilnahme an einer Weltmeisterschaft und es war eine irrsinnig coole Erfahrung“, berichtet der 17-Jährige von diesem Bewerb.

Der St. Christophener besucht das BORG in Neulengbach mit sozialem Schwerpunkt. Es ist nicht einfach, Sport und Schule „unter einen Hut zu bringen“, aber Andreas schafft das schon irgendwie.

Papa Hans und Mama Renate sind bei den meisten wichtigen Bewerben in Österreich mit dabei, im Ausland wird‘s da etwas schwieriger, nachdem auch noch Bruder Daniel, der seit einem Sauerstoffmangel bei seiner Geburt behindert ist, zu versorgen ist. Die Eltern waren auch bei den Österreichischen Indoor-Meisterschaften und Staatsmeisterschaft in der EM-Halle in Klagenfurt am 15. und 16. März wieder mit dabei und konnten den sensationellen Erfolg ihres Sohnes live mitverfolgen: Andreas wurde Österreichischer Meister in der Kategorie Junioren und Vizestaatsmeister bei den Erwachsenen. „Es war echt ein traumhaftes Erlebnis“, schildert die stolze Mama.

Der erfolgreiche St. Christophener Bogenschütze nimmt sich auch für die weiteren Termine sehr viel vor: „Im Mai finden die Outdoor-Europameisterschaften in Ljubljana in Slowenien statt, ich trainiere schon hart dafür und wünsche mir auch da sehr gute Platzierungen.“ Das größte Ziel des Sportlers aber ist die Teilnahme an den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro. „Die Aufnahme ins Trainingsprogramm Team Rio ist für mich sowohl sportlich als auch persönlich ein sehr großer Erfolg. Jetzt gilt es, möglichst viel Erfahrung bei internationalen Turnieren zu sammeln und natürlich kontinuierliches Training“, gibt sich der St. Christophener optimistisch. Mit drei weiteren Schützen wird er sich mit einem dicht gedrängten Turnierplan auf dieses große Ereignis in zwei Jahren vorbereiten.

Der 17-Jährige kann bereits auf zahlreiche tolle Erfolge zurückblicken: Er ist österreichischer Meister, Landesmeister und österreichischer Rekordhalter: „Das war mein bisher schönster Erfolg, als ich in meiner Altersklasse österreichischen Rekord geschossen habe“, berichtet der erfolgreiche Schütze.

Training im Hof und im Zimmer

Die Bogensportkarriere von Andreas begann 2006/2007, als ihm sein Onkel, selbst erfolgreicher Bogenschütze, diesen Sport schmackhaft machte.

Trainiert wurde im Hof der Gstöttners, im alten Bad in Neulengbach und in Kasten auf dem Schießplatz, aber auch im eigenen Zimmer. „Da passiert schon nichts, ich habe einen leeren Würfel als Dämpfer, und man muss ja sowieso genau treffen“, lacht der junge Mann.

Jetzt wird Andreas Gstöttner von einem der besten Trainer Österreichs, vom Böheimkirchner Franz Klaner, trainiert, der selbst zigfacher Staatsmeister ist und darüber hinaus Obmann des Vereines Artemis, einer der größten Bogensport-Vereine Österreichs. „Bogenschießen ist in Österreich nur ein Randsport, der von der Öffentlichkeit leider sehr wenig und selten wahrgenommen wird. Mit einer Teilnahme Österreichs an den Olympischen Spielen 2016 möchte ich nicht nur für mich einen Höhepunkt schaffen, sondern auch das Interesse vieler Menschen in unserem Land für diesen sehr abwechslungsreichen Sport wecken“, so der erfolgreiche Bogenschütze und Trainer.