„Mir geht’s jetzt gut“. Bösartigen Kopftumor besiegt / Markus Bointner aus Ludmerfeld wurde drei Mal operiert und er fuhr zu insgesamt 31 Bestrahlungen.

Erstellt am 11. Februar 2014 (23:59)
Markus Bointner litt an einem bösartigen Kopftumor. Er war auch während der schlimmsten Zeit seiner Krankheit immer optimistisch.»Man kann ja sowieso nichts ändern«, sagt er.
NOEN, Foto: Hell
Von Christine Hell

ST. CHRISTOPHEN / Bei der Landjugend hilft er fleißig mit und ist bei allen Festen und Veranstaltungen dabei: Markus Bointner. Unlängst hat er mit vielen Landjugendmitgliedern für eine Mitternachtseinlage beim Bezirksbauernbundball in Altlengbach gesorgt. Markus besticht durch sein fröhliches Wesen und seine unkomplizierte Art. Diese Einstellung war ihm in den letzten eineinhalb Jahren sicher sehr hilfreich, weil die waren für den jungen Studenten alles andere als lustig: Ein bösartiger Kopftumor machte ihm schwer zu schaffen.

Es begann mit einem schweren Bein

„Im Juli 2012 hat alles angefangen“, erzählt der Ludmerfelder, „mein rechtes Bein wurde von Tag zu Tag schwerer.“ Einem Besuch beim praktischen Arzt folgte ein Termin zum Röntgen des Beines ein. Es war aber kein Hinweis auf eine Erkrankung zu finden. Markus wurde zu einem Sportarzt geschickt, der feststellte, dass nicht nur das rechte Bein, sondern die gesamte rechte Körperhälfte beeinträchtigt war, und das Problem im Kopf zu suchen sei. In diesen Tagen kamen zu den üblichen Beschwerden arge Kopfschmerzen hinzu. Ein Kopftumor wurde festgestellt.

„Da ging es dann richtig los“, erinnert sich Markus Bointner. Im St. Pöltner Landesklinikum wurde er ausführlich untersucht, dann folgten die Operation und zwei Wochen Spitalsaufenthalt. „Ich musste sehr lange auf das Ergebnis warten“, erinnert sich der 23-jährige, „und dann lautete die Diagnose: bösartig.“

Markus Bointner fuhr sogar am Tag der niederschmetternden Diagnose zur Technischen Universität nach Wien, wo er Elektrotechnik studiert: „Man kann so etwas ja sowieso nicht ändern.“

Auch für Eltern ist eine derartige Diagnose furchtbar, bestätigt Mutter Marianne: „Für mich als Mama waren das ganz, ganz schlimme Monate voller Sorgen.“

Zweite Operation im AKH

Doch damit noch nicht genug: Bei einer eingehenden Untersuchung des Kopfes für die Bestrahlungen mussten die Ärzte feststellen, dass der Tumor bei der ersten Operation nicht restlos entfernt worden war. Für die neuerliche Tumorentfernung wurde Markus ins Wiener Allgemeine Krankenhaus eingewiesen. In den ersten Jännertagen des Vorjahres erfolgte die Operation. Sowohl Ärzte als auch das Pflegepersonal waren über die mentale Stärke und den Optimismus ihres niederösterreichischen Patienten erstaunt. „Mir ging es gleich nach dem Aufwachen aus der Narkose gut“, erzählt Markus lachend, „ich hatte einen Riesenhunger und verspeiste alles, was man mir an Essen brachte.“ Nur wenige Tage später war die dritte Operation notwendig. „Ich war zu Besuch bei ihm“, erzählt Mama Marianne, „da hat man ihn richtig verfallen gesehen.“ Ein Blutgerinnsel hatte sich im Kopf gebildet und es ging um Leben und Tod. „Da ist es mir richtig dreckig gegangen“, erinnert sich Markus an diese lebensgefährliche Situation, „ich hab die Einwilligung zu dieser Notoperation gar nicht mehr unterschreiben können.“

x
NOEN, Foto: Hell

31 Bestrahlungen, fünf Mal in der Woche, mussten nach der Entlassung aus dem Wiener AKH noch bewältigt werden. Diese bereiteten keine Schmerzen und dauerten jeweils nur eine Minute: „Aber jede Sitzung wurde zur Prozedur, da der Kopf genauestens eingepasst werden musste, damit die Bestrahlung wirklich punktgenau trifft.“

Das Kopfhaar ist mittlerweile nachgewachsen, einige Narben erinnern noch an die Krankheit und Markus wiederholt das eine Jahr an der TU Wien. Mit einem Lächeln berichtet er: „Mir geht es gut, es ist toll, dass alles so gut ausgegangen ist.“