Jäger schoss auf Tiere und traf Autos in Altlengbach. Altlengbacher (52) schoss auf Wildschweine und traf Autos. Alko-Test ergab 1,3 Promille.

Von Beate Riedl. Erstellt am 18. Juni 2019 (04:25)
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Symbolbild

„Meine Gäste und ich haben die Schüsse gehört, gleich sind wir in Deckung gegangen“, erinnert sich Wirt Hannes Schulz an die Schrecksekunden am Samstagnachmittag, als es plötzlich bei seinem Lokal laut knallte.

Nachdem die Schüsse verhallt waren, entdeckten er und die geschockten Gäste Einschüsse an zwei Autos, die am Parkplatz der Schulz Hütt’n abgestellt waren. In einem Wagen befand sich ein Kindersitz, der auch getroffen worden war. Verletzt wurde aber glücklicherweise niemand.

„Wir waren geschockt, aber alle sind sehr ruhig geblieben“, berichtet Schulz. Sofort wurde die Polizei alarmiert, die wenige Minuten später bei der Schulz Hütt‘n eintraf.

Die Beamten machten sich auf die Suche nach dem mutmaßlichen Schützen, der wenig später auch gefunden werden konnte. Er war in einem naheliegenden Wald unterwegs.

„Wie durch ein Wunder gab es keine Toten, das hätte tragisch enden können“

Der Altlengbacher (52) zeigte sich bei der Einvernahme geständig und gab an, dass er auf zwei Wildschweine geschossen hätte. Insgesamt vier Mal drückte er mit seiner Bockbüchsflinte ab. Der Badeteich bei der Schulz Hütt‘n befand sich in seinem Schussbereich – verdeckt durch eine Baumreihe. „Wie durch ein Wunder gab es keine Toten, das hätte tragisch enden können“, berichtet ein Polizist.

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Wirt Hannes Schulz zeigt sich erleichtert, dass durch die Schüsse niemand verletzt wurde.

Denn bei dem Lokal mit angeschlossenem Badeteich waren zu dem Zeitpunkt rund 150 Personen vor Ort, darunter auch viele Kinder. Bei dem Altlengbacher wurde ein Alkotest durchgeführt. Der Mann hatte 1,3 Promille. Er gab an, dass er nach den Schüssen zwei Bier getrunken habe.

Ihm wurden nach der Aktion seine 14 Schusswaffen samt waffenrechtlicher Dokumente abgenommen. Außerdem wurde ein vorläufiges Waffenverbot ausgesprochen. Angezeigt wird der 52-jährige wegen Gemeingefährdung und Sachbeschädigung.

Schulz kennt den mutmaßlichen Schützen persönlich, er hat auch nach der Tat bereits mit ihm gesprochen: „Er hat einen großen Schock, er hat nicht damit gerechnet, dass so etwas passiert.“ Beide sind jedenfalls froh, dass alles gut ausgegangen ist.