Claudio Link: „Mobilität wie ein Puzzle“

Intensiv mit Neulengbach hat sich der Wiener Claudio Link beschäftigt. Seine Ergebnisse präsentiert er nun im Rahmen des Mobilitätstages in der Stadt.

Beate Riedl Erstellt am 16. September 2021 | 03:34
440_0008_8177376_wwa37nbclaudio_link.jpg
Claudio Link hat sich mit dem Thema Mobilität in Neulengbach auseinandergesetzt und eine Masterarbeit darüber verfasst. Die Ergebnisse präsentiert er beim Mobilitätstag in Neulengbach.
Foto: privat

Ob zu Fuß, mit dem Fahrrad, dem Zug, Bus, Flugzeug oder dem Auto – wir sind so mobil wie noch nie. Das hat aber auch Auswirkungen: Blechlawinen bewegen sich auf den Straßen, CO 2 wird ausgestoßen, Böden werden versiegelt, auch der Lärm wird als störend empfunden. Mit dem Thema Mobilität – im Speziellen „Mobilität in Neulengbach“ – hat sich der Wiener Claudio Link intensiv auseinandergesetzt. „Dass ich kein Neulengbacher bin, kann den Vorteil haben, dass ich die Rolle eines neutralen Beobachters besitze“, erklärt er. Link hat seine Masterarbeit unter dem Titel „Mobilität NEUlengbach“ im Rahmen des Studiums „Raumforschung und Raumordnung“ an der Universität Wien verfasst. „Dieses Studium baut auf das Bachelorstudium ‚Geographie‘ auf“, erklärt Link, der bei den Wiener Linien als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Immobilienmanagement arbeitet.

Nachdem er seine Defensio erfolgreich hinter sich gebracht hat, präsentiert er nun im Rahmen des Mobilitätstages in Neulengbach am Freitag, 17. September, seine Erkenntnisse, die er für seine Masterarbeit gemacht hat. Zuvor stand er der NÖN zu dem Thema Rede und Antwort:

„Mir ist wichtig, dass meine Masterarbeit nicht in der Schublade landet, sondern einen Nutzen für meine Auftraggeber und die Gemeinde bringt.“ Claudio Link

Was war Ihre Intention, das Thema Mobilität und Neulengbach aufzugreifen?
Claudio Link: Das Thema Mobilität fasziniert mich schon viele Jahre. Außerdem ist es mir wichtig, dass meine Masterarbeit nicht sprichwörtlich in der Schublade landet, sondern einen Nutzen für meine Auftraggeber und die Gemeinde besitzt. Über die niederösterreichische Themenbörse habe ich das ausgeschriebene Thema der Aktiven Wirtschaft Neulengbach gefunden, bei dem ich sofort wusste: Dieses Thema ist die richtige Herausforderung für mich. So habe ich Neulengbach sehr intensiv kennenlernen dürfen.

Was genau haben Sie erhoben?
Ich habe in meiner Vorstudie zu einem Mobilitätskonzept zweierlei zentrale Themengebiete erhoben: Einerseits die aktuelle Verkehrssituation und die damit verbundenen verkehrsbezogenen Herausforderungen – damit Planungen auch tatsächlich auf die Verbesserung von zentralen Brennpunkten basieren können. Andererseits habe ich Lösungsmöglichkeiten im Rahmen von definierten Handlungsfeldern aufgezeigt. Dafür habe ich mehrere Methoden (Experteninterviews, Online-Bürgerbeteiligung, Demographische Analyse, SWOT-Analyse) herangezogen und auf einer theoretischen Basis aufgebaut.

Und zu welchem Ergebnis sind Sie gekommen?
Mobilität ist wie ein Puzzle. Damit sie zeitgemäß aufgebaut werden kann und ganzheitlich funktioniert, müssen gewisse Teilbausteine stimmig ineinanderpassen. In meiner Arbeit stellen vier definierte Handlungsfelder das Grundgerüst des Puzzles dar, auf das weitere Planungen aufbauen können. Bürger miteinzubeziehen, Erreichbarkeit des Zentrums mit allen Verkehrsträgern zu verbessern, Verkehr zu beruhigen und Aufenthaltsqualität zu stärken sind die zentralen Empfehlungen meiner Arbeit. Im Detail präsentiere ich diese am Freitag im Rahmen des Mobilitätstages.

Könnte man von Ihren gewonnenen Erkenntnissen auch etwas umsetzen? Ist davon auch etwas in Planung?
Da meine Arbeit eine Grundlagenforschung darstellt, kann einfach daran angesetzt werden beziehungsweise Aspekte davon umgesetzt werden – am Besten im Rahmen eines Mobilitätskonzeptes, das wesentliche Schwerpunktthemen behandelt.