Hilfe aus Neulengbach kommt in Mosambik an. Neulengbacherin Astrid Bliem hat Hilfsgüter verteilt.

Von Renate Hinterndorfer. Erstellt am 12. Mai 2019 (04:34)

„Die vielen zerstörten Häuser und schiefen Palmen live zu sehen ist schlimm“, stellt Astrid Bliem betroffen fest. Sie ist Ende April von Maputo nach Beira gereist, um sich ein Bild von der Lage zu machen und bei der Verteilung der Hilfsgüter dabei zu sein. Die Neulengbacherin hat wie berichtet Spendengelder für die vom Zyklon betroffenen Menschen in Mosambik gesammelt und wurde von vielen Menschen aus der Region Wienerwald dabei unterstützt.

„Es wird sehr viel gebraucht, aber es ist gar nicht so einfach, zu helfen“, berichtet Bliem, für die Afrika zur zweiten Heimat geworden ist. Gemeinsam mit zwei Freundinnen hat sie in einem Camp Opfer des Zyklons mit Plastikgeschirr, Seifen, Zahnpasta, Zucker und Keksen versorgt. Die Übergabe löste einen Tumult unter den hilfsbedürftigen Menschen aus.

„Es ist gar nicht so einfach zu helfen.“ Astrid Bliem

In Beira traf Astrid Bliem mit der Organisation Esmabama zusammen, die vier Schulen mit Internaten mit insgesamt 2.000 Schülern und Schülerinnen in Buzi, einer sehr stark betroffenen Region leitet. 12.000 Familien sind nach dem Zyklon hilfsbedürftig. Astrid Bliem konnte um 4.000 Euro ganze neun Tonnen Maismehl kaufen und damit 360 Familien, also ein ganzes Dorf in Estaquinha, Buzi unterstützen. Ein Lkw wurde organisiert, der Kauf des Maismehls gestaltete sich schwieriger als gedacht, funktionierte aber schließlich doch.

Astrid Bliem und ihre Freundinnen haben auch ein Fußballmatch mit lokalen Teams in Dondo, einer weiteren stark betroffenen Region, organisiert: „Wir haben die Teams mit Fußballkleidung ausgestattet und auch Lebensmittel verteilt. Wenn jeder Spieler für seine Familie Hilfsgüter mitnimmt, erreichen wir viele Leute mit wenig Aufwand und schenken durch die Trikots bestimmt neue Hoffnung und Motivation“, war Bliem überzeugt.

Und tatsächlich wurde das Fußballspiel der vollste Erfolg: „Die Männer waren begeistert und konnten mit jeweils zehn Kilo Reis und zwei Litern Öl ihre Familien erfreuen! In dieser Gegend wird das ganz dringend gebraucht.“ Danach waren die drei Frauen noch bei einigen Familien in beschädigten Häusern und Hütten, um ihnen Lebensmittel zu bringen. „Ich hab soviel Dankbarkeit und Freude erhalten. Das gebe ich an euch weiter. Danke, dass ihr alle gemeinsam diesen Einsatz möglich gemacht habt!“, schreibt Astrid Bliem in einem Mail an ihre Unterstützer.

Zurück in Maputo muss sie jetzt all die traurigen Geschichten, die sie im zerstörten Gebiet gehört hat, verarbeiten.

Ihr Resümee: „Die Arbeit der Caritas und auch von Esmabama ist ganz wichtig, um gezielt, kontrolliert und organisiert Hilfe zu leisten, die alle erreicht. Mosambik wird sicher noch die nächsten Monate Hilfe brauchen.“ Nachdem Mitte März Zyklon „Idai“ eine Spur der Verwüstung gezogen hat, hat auch noch ein zweiter Zyklon namens Kenneth schwere Schäden angerichtet.