Gerüchteküche: Kommt ein Mega-Billa in Eichgraben?. Dass in alter Gärtnerei ein Supermarkt gebaut werden soll, sorgt für Diskussion. Bei Rewe wird bestätigt, dass an Plänen gearbeitet wird: „Wir bereiten das Projekt am Wunschstandort gerade zur Präsentation in den Gemeindegremien und zur Einreichung vor. Zudem kennen wir die Anforderungen und Erwartungen und werden das entsprechend in die Planung miteinfließen lassen“, sagt REWE Group Österreich Pressesprecher Paul Pöttschacher.

Von Andrea Stoiser. Update am 27. Juli 2020 (18:03)
„Eichgraben muss ein naturnaher Ort bleiben“, fordern die Gemeinderäte Franz Kraic, Richard Henner, Ruth Lerz und Michael Pinnow von den Grünen.
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Gerüchte rund um einen geplanten Neubau der Billa-Filiale im Bereich der westlichen Ortseinfahrt gibt es schon lange. Zuerst hieß es, dass der Neubau am selben Standort erfolgt, dann hörte man, dass Billa nach Rekawinkel verlegt werden soll. Bei Rewe wird bestätigt, dass an Plänen gearbeitet wird

Kürzlich brachte der in Eichgraben ansässige Falter-Chefredakteur Florian Klenk auf seiner Facebook-Plattform „Eichgraben von Unten“ in dieser Sache wieder etwas Unruhe in die Wienerwaldgemeinde. Mit der Frage: „Ist die Sache mit dem neuen Mega-Billa bei der stillgelegten Gärtnerei am östlichen Ortsanfang eigentlich beschlossene Sache?“ sorgte er für viele Reaktionen.

Dieses Statement rief auch die Grünen auf den Plan. „Eichgraben zeichnet sich durch seine naturnahe Siedlungsstruktur mit kleinräumiger Bebauung zwischen viel Grün inmitten des Wienerwaldes aus. Nun ist diese Struktur massiv durch die Pläne einer Supermarktkette gefährdet“, heißt es in einer Presseaussendung der Grünen. Gerüchten zufolge wurde das Grundstück der ehemaligen Gärtnerei im Bereich der Gärtnerstraße an den REWE-Konzern verpachtet. Dieser soll zusätzlich zum Neubau der alten Billa-Filiale den Bau eines weiteren Markts in Eichgraben planen. „Am Ortsende, mitten im Grünen soll ein großer Supermarkt mit Parkfläche entstehen. Damit droht die totale Versiegelung einer wertvollen Fläche mit Pflanzen und Tieren. Eichgraben muss ein naturnaher Ort bleiben“, fordert Gemeinderat Michael Pinnow (Grüne). „Wir opfern eine Baulandreserve einem Supermarkt, obwohl es schon einen Billa gibt, der dann wohl ein Penny wird“, sagt Ruth Lerz (Grüne).

Beim REWE-Konzern heißt es, dass noch nichts konkret sei. „Aktuell gibt es für die Filiale Eichgraben keine konkreten Projektpläne bezüglich einer Sanierung/Neubau etc.“, so die Antwort auf die NÖN-Anfrage.

Bürgermeister Georg Ockermüller (VP) erhielt schon viele Anfragen von Bürgern. „Grundsätzlich ist die Errichtung eines Supermarktes mit einer Verkaufsfläche von 750 Quadratmetern auf diesem Grundstück mit Baulandwidmung zulässig. Der Bebauungsplan müsste angepasst werden. Die Bausperre betreffend der versickerungsfähigen Ausbildung von 50 Prozent der Grundfläche wäre auch für dieses Projekt anzuwenden“, beruhigt der Bürgermeister.

Supermarkt oder Wohnhäuser

Eines sei klar: „Wenn an diesem Standort kein Supermarkt errichtet wird, werden Wohnhäuser errichtet. Laut Bauordnung und Bebauungsplan ist die Errichtung von 22 Wohnhäusern möglich.“ Ockermüller ist überzeugt, dass es nicht sehr wahrscheinlich ist, dass der Wiesenbereich im Bauland Wohngebiet, wie es von einigen gefordert wird, erhalten bleibt.

Eine Projekteinreichung gibt es noch nicht.