„Es ist absurd“: Antikörper-Nachweis nutzt Neulengbacherin nichts mehr

Dass Antikörper-Nachweis nicht mehr als G-Nachweis genügt, sorgt für Ärger.

Erstellt am 17. November 2021 | 04:42
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Monika Dietl: Geimpft, trotz hoher Antikörper-Werte, weil der Nachweis nicht mehr gilt.
Foto: privat

Monika Dietl ist im März 2020 schwer an Corona erkrankt. Ein kürzlich durchgeführter Antikörpertest ergab einen Wert von 2204.00 BAU/ml (binding antibody units). Das Problem: Dieser Nachweis gilt jetzt nicht mehr, Antikörpertests sind nicht mehr als G-Nachweis gültig.

Die Neulengbacherin musste sich also trotz hoher Antikörper gegen Covid impfen lassen und sie muss sich zusätzlich nach der ersten Impfung auch regelmäßig testen lassen, um Zutritt etwa in Lokale oder zu Veranstaltungen zu haben. Diese Regelung versteht sie nicht: „Ich kenne Leute, die mit Impfung wesentlich geringere Antikörper-Werte haben als ich sie als Ungeimpfte hatte.“

NÖN fragte bei Epidemiologe Gartlehner nach

So wie ihr sei es vielen genesenen Personen gegangen: „Viele haben geglaubt, auf der sicheren Seite zu sein.“ Die ganze Sache sei absurd, niemand wolle sich auf eine Diskussion zu diesem Thema einlassen.

Die NÖN hat bei Gerald Gartlehner nachgefragt. Der Gesundheitswissenschaftler und klinische Epidemiologe kann auch nicht erklären, warum es in Österreich so gehandhabt wird: „Das ist eine rein bürokratische, aber keine medizinische Entscheidung. Der Hintergrund ist, dass die Immunität nach einer Covid-Erkrankung sehr unterschiedlich sein kann, darum hat man entschieden, dass alle Genesenen sechs Monate nach der Erkrankung eine Impfung brauchen. Zusätzlich gibt es noch keinen Schwellenwert für Antikörper, ab dem man sagen kann, dass jemand geschützt oder nicht geschützt ist.“

Ein größeres Problem sei, dass sich Personen die erkrankt waren, aber keinen positiven PCR-Test hatten, zweimal impfen lassen müssen, um überhaupt einen grünen Pass zu bekommen: „In Deutschland ist das nicht der Fall.“