Weiter Zwist um Haltestelle in Altlengbach. VP und SP liefern sich auch nach der Verhandlung eine Debatte um die Verlegung.

Von Birgit Kindler. Erstellt am 26. September 2020 (03:08)
Bei der Verkehrsverhandlung: Bürgermeister Michael Göschelbauer, SP-Obfrau Anita Fisselberger sowie ein Verkehrsexperte des Landes.
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Für Aufregung sorgte die Verlegung der Busstation bei der Bäckerei Simhofer. Zu Diskussionen kam es zwischen VP und SP wegen des neuen Standortes. Die SP kritisierte die Verlegung und wollte den alten Standort beibehalten.

Kürzlich fand die Verkehrsverhandlung mit Experten statt, um festzustellen, wohin die Haltestelle verlegt werden soll. Jetzt liegt ein Ergebnis vor. VP-Bürgermeister Michael Göschelbauer meint: „Es ist genau das geschehen, was wir immer gesagt haben: Am bisherigen Standort, an dem jetzt der Schanigarten der Bäckerei Simhofer steht, kann die neue Station nicht errichtet werden.“ Damit sei der von der SP gewünschte Standort hinfällig. „Das sagen wir seit Wochen, das haben nun auch die Experten des Landes bei der Verkehrsverhandlung bestätigt“, so Göschelbauer. Man habe mehrere Varianten vorgeschlagen und geprüft und immer darauf hingewiesen, dass die Experten entscheiden sollen. „Der neue Standort wird vor dem nunmehrigen Parkplatz gegenüber der Kirchenwiese sein, dort wird die neue Station in den nächsten Monaten errichtet“, so Göschelbauer.

„Attraktive Haltestellen sind wichtig“

Die Busstation werde optisch sehr ansprechend – mit viel Holz und neuem Design, ergänzt VP-Vizebürgermeister Daniel Kosak, unter dessen Verantwortung die neuen Stationen in der Gemeinde nach und nach geplant werden. „Uns sind attraktive Wartehäuschen wichtig, weil wir wollen, dass die Menschen gerne die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen“, so Kosak. Die SP hätte lieber billige Hütterln, wie in den vergangenen Jahrzehnten, deshalb habe sie auch gegen das neue Wartehäuschen gestimmt. „Ich nehme das zur Kenntnis, unser Zugang ist ein anderer“, erklärt er.

Göschelbauer kritisiert außerdem die „stetigen Verschwörungstheorien der SP“. „Mein Verständnis dafür wird immer geringer. Wir machen unsere Arbeit und setzen Dinge um, die notwendig sind. Von verbalem Randalieren geht in der Kommunalpolitik nichts weiter“, meint der Bürgermeister.

„Ich sehe es als unsere Pflicht, Dinge aufzuzeigen und diese öffentlich zu machen“, entgegnet SP-Obfrau und geschäftsführende Gemeinderätin Anita Fisselberger. Das würde eine Demokratie auszeichnen. „Das ist scheinbar nicht erwünscht“, sagt Fisselberger. Die Verkehrsverhandlung hat sie als sehr positiv empfunden. „Die alte derzeitige Haltestelle ist laut Experten zu schmal, sie müsste verbreitert werden“, weiß auch Fisselberger. Ein Gehsteig zum sicheren Aussteigen für die Fahrgäste müsste geschaffen werden.

„Unsere Befürchtungen, dass es zu einer erneuten Engstelle kommt, haben sich aber bewahrheitet, der Bus darf laut Experten dort nicht stehenbleiben. Er hat uns recht gegeben in dem Punkt, dass ein auf der Fahrspur haltender Bus eine massive Verkehrsbehinderung vor der scharfen Kurve darstellen würde“, so Fisselberger. Wenn man die Haltestelle verlegen möchte, müsse man sich ein Konzept überlegen und der geschotterte Parkplatz gegenüber der Kirchenwiese müsse umgebaut werden. Die Parkplatzsituation wäre komplizierter zu regeln.

„Falsches Zeichen, so viel Geld auszugeben“

Fisselberger ist überzeugt: „Zusammenfassend wäre es an beiden Stellen möglich, die Haltestelle zu errichten.“ Auch wenn die VP jetzt das Gegenteil behaupte. Man solle im Gemeinderat eine optimale Lösung finden.

Zum billigen Wartehaus sagt Fisselberger, dass man die Kosten von 26.000 Euro infrage gestellt habe. „In Zeiten von Corona, wo viele ihre Arbeit verloren haben und die Einnahmen der Gemeinde wegbrechen, finde ich es ein falsches Zeichen, hier so viel Geld auszugeben, denn die 26.000 werden im nächsten Jahr vermutlich wo anders mehr gebraucht“, sagt die SP-Obfrau.