Erstellt am 19. Juni 2015, 05:56

von NÖN Redaktion

Neues Schiele-Buch. In dem von Christian Bauer herausgegebenen Werk gibt es auch Beiträge von Günter Wagensommerer und Alessandra Comini.

Egon Schiele (Selbstporträt)  |  NOEN, zVg

„Egon Schiele. Fast ein ganzes Leben“ ist der Titel eines Buches, das vergangenen Montag in Wien präsentiert wurde.

Herausgegeben wurde der Band von Christian Bauer im Hirmer Verlag. Der Kunsthistoriker und designierte Leiter des künftigen Niederösterreichischen Kunstmuseums in Krems erklärte gegenüber der APA: „Ich habe es genossen, intensiv zu recherchieren und Quellenstudium zu betreiben. Dabei hat es mich überrascht, wie viel hier noch zu entdecken ist.“ Das neue Buch repräsentiert nun die Frucht „von zwei sehr intensiven Schiele-Jahren“.

In dem Band gibt es auch einen Beitrag von Günter Wagensommerer vom Verein für die Geschichte von Neulengbach und Umgebung mit dem Titel „Egon Schiele und Neulengbach“. Ausgehend von einem Brief, den Egon Schiele im August 1911 an seinen Studien- und Malerkollegen und späteren Schwager Anton Peschka schreibt, gibt Wagensommerer Einblicke in Egon Schieles Zeit in Neulengbach. Die „appetitliche“ Wohnung in Au 48, die Schiele damals mietete und seine anfängliche Begeisterung für Neulengbach werden genauso thematisiert wie Schieles Geldsorgen und ein missglücktes Malprojekt.

Die „Neulengbacher Affäre“ und der hochstilisierte Aufenthalt im Polizeiarrest in Neulengbach kommen ebenfalls zur Sprache.

Auch die Schiele-Forscherin Alessandra Comini, die beim Schiele-Symposium in Neulengbach zu Gast war, kommt zu Wort. Sie beschreibt, wie sie sich am 27. August 1963 „auf Egon Schieles Spuren in Niederösterreich“ begab und als junge Wissenschafterin aus Texas in einem Volkswagen nach Klosterneuburg, Tulln und Neulengbach fuhr, wo sie etwa unter abenteuerlichen Umständen in das ehemalige Bezirksgericht gelangte, in dem Schiele wegen „Gefährdung der öffentlichen Sicherheit“ eingesessen hatte.